Luzern, 20. Juni 2001



MEDIENMITTEILUNG



Bauwagenplatz vor Räumung bedroht
Bauwagenplatz bleibt!




Sehr geehrte Damen und Herren

Im Reusszopf besteht seit einem halben Jahr ein Bauwagenplatz. Ein kleiner Platz in Luzern, wo Träume und Bedürfnisse nach einer anderen Form von Zusammenleben realisiert werden können.
Ein Zusammenleben, bei der die sonst bestehende soziale Isolation und Kälte durchbrochen und durch eine respektvolle und solidarische Form untereinander ersetzt wird. Auch versuchen die BauwagenbewohnerInnen auf mannigfaltige Art die Entfremdung zur Natur zu überwinden, indem ein respektvoller ökologischer Umgang angewandt wird.

Dies sind gesellschaftliche Entwicklungen, die uns, UnterstützerInnen des Projekts, Mut machen und uns zeigen, dass die soziale Apathie und die Abstumpfung nicht allgegenwärtig sind. Den BauwagenbewohnerInnen gebührt viel Respekt für ihren Mut, ihre Fantasie und ihren Improvisationsgeist.

Um so enttäuschter und schockierter waren wir, als wir erfahren mussten, dass ein solch ökologisches und soziales Bewusstsein scheinbar im Raum Littau auf wenig Verständnis stösst. Die Gemeinde Littau, als Eigentümerin des Grundstücks, setzt seit Anfang an auf Konfrontation und gibt den BauwagenplatzbewohnerInnen keine Chance ihre Träume zu verwirklichen. Obwohl ein Kontakt mit der Gemeinde mehrmals versucht wurde, kam er nie zustande.

Im Vergleich: Die Stadt Luzern hat mehrmals bewiesen, dass mittels eines konstruktiven Dialogs bei Besetzungen Lösungen gefunden werden können. Sie verstand die BewohnerInnen nicht als Kriminelle, sondern als Menschen mit Bedürfnissen und Träumen anzusehen. Wir würden uns von der Gemeinde Littau auch einen solchen Umgang mit den BewohnerInnen des Bauwagenplatzes wünschen. Ein Dialog muss stattfinden! Die Konfrontation, und dies beweisen unzählige Beispiele aus anderen Städten, führt früher oder später in einer Sackgasse. Und zwar für beide Seiten.

Wir können auch nicht verstehen warum sich die Gemeinde Littau weiterhin hinter Paragraphen verstecken möchte. Wen stören die BewohnerInnen des Bauwagenplatzes am Reusszopf? Nicht einmal die eigentliche Mieterschaft, die Kantonsarchäologie, hat Einwände. Auf dem Grundstück ist langfristig nichts geplant. Die Unmenschlichkeit der Bürokratie wird hier ein weiteres Mal auf eine krasse Weise gezeigt.

Mit ihrer untoleranten Art und Weise zeigt Littau, dass sie andere Zusammenlebensformen gar nicht entstehen lassen will. Vor was hat sie Angst? Vielleicht, dass sich solch soziale Formen infolge der gesellschaftlichen Leere weit verbreiten könnten...

Wir fordern: