Am 26. September treffen sich die führenden Banker, Geschäftsleute und Regierungsbeamten der Welt in Prag zu einer Konferenz von Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank zusammen. An diesem Tag werden in Prag aber auch tausende von Gegendemonstranten aus aller Welt erwartet. Der 26. September wird den Prozeß des Aufbaus einer starken, kühnen und kreativen Basisbewegung fortsetzen - für eine Gesellschaft, in der Menschen sich nicht länger gegenseitig, Gemeinschaften oder die Umwelt ausbeuten, sondern in der Solidarität, Kooperation, Basisdemokratie und ökologische Nachhaltigkeit gelten.
IWF - Globaler Ausbeuter
Ebenso, wie in den Industrienationen die Kluft zwischen Arm und Reich immer mehr aufreisst, wird die Kluft zwischen den mächtigsten Ländern und der sogenannten «3. Welt» immer größer. Die 10 größten multinationalen Konzerne haben mittlerweile ein größeres Einkommen als die 100 ärmsten Länder der Welt.
Der IWF und die Weltbank sind die mächtigsten Werkzeuge der Grosskonzernen und westlichen Regierungen zur Ausbeutung der ärmeren Länder. Im Kontrollgremium des IWF haben die 10 reichsten Länder 52% der Stimmen. Die 54 afrikanischen Staaten haben dagegen ganze 4%!
Über ihre Zinsforderungen ketten Weltbank und IWF die Länder der «3. Welt» an ihre Schulden. Die Weltbank und der IWF erhalten jedes Jahr mehr Gelder zurück, als sie ursprünglich den ärmeren Ländern geliehen haben: für jede Mark, die westliche Staaten an Entwicklungshilfe zahlen, fließen neun Mark als Schuldenzahlungen zurück.
Als Auflage für die Vergabe von Krediten erzwingt der IWF sogenannte «Strukturanpassungsprogramme», mit schlimmen Konsequenzen für den Lebensstandard der einfachen Menschen.
Die wichtigsten Maßnahmen sind: Verbot von Mindestlöhnen, Kürzung der Staatsausgaben (Soziales, Bildung) auf ein Minimum, Privatisierung der Staatsunternehmen und Verbot von Subventionen auf Grundnahrungsmittel.
Elend
In Afrika hat das in vielen Ländern zu katastrophalen Folgen geführt: In Zambia stirbt jedes fünfte Kind, bevor es das fünfte Lebensjahr erreicht hat. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten 20 Jahren von 54 Jahren auf heute 40 Jahre zurückgegangen.
Auch in der tschechischen Republik, wo das Treffen stattfindet, haben Strukturanpassungsprogramme von IWF und Weltbank ihre Spuren hinterlassen. Seit der Einführung der Marktwirtschaft 1990 sind die Löhne um 13% gesunken, Sozialleistungen wurden halbiert und es gab einschneidende Kürzungen im Gesundheits- und Bildungswesen.
Widerstand
Im November letzten Jahres blockierten 50.000 Umweltschützer, 3.Welt-Aktivisten, Studierende und Gewerkschafter die Eröffnung der Welthandelskonferenz in Seattle. Diese Demonstration war ein Wendepunkt im Kampf gegen die Konzernherrschaft. Einerseits zeigte Seattle, daß wir den Mächtigen dieser Welt nicht hilflos ausgeliefert sein müssen. Wie bei früheren Anlässen werden Menschen aus verschiedenen Bewegungen und Ländern ihre Kräfte an diesen Tag gegen die sozialen, politischen und ökonomischen Institutionen des kapitalistischen Systems - die Weltbank und den IWF - bündeln.
Zur Eröffnung sollen am Morgen des 26. September Kundgebungen und vielfältige Aktionen des zivilen Ungehorsams und um 13:00 Uhr eine zentrale Grossdemonstration stattfinden. Die Proteste in Prag können Europa einen Schritt voranbringen, im Aufbau einer breiten, internationalen Bewegung gegen die Globalisierung von Oben!
Letzter Anmeldedatum:10.September
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