In dieser Rubrik geben wir denen eine Stimme, die sonst nicht zu Wort kommen. Schickt also Eure Presse-Communiqués, Flyers, etc. an news@phase1.net.Wir werden sie hier veröffentlichen.Die News-Redaktion ist sich bewusst, dass es eine "objektive Berichterstattung" nicht geben kann. Sprache und Wertvorstellungen zeugen vom politischen Standpunkt des Autors bzw. des Mediums. Es sei deshalb darauf hingewiesen, dass auf der News-Seite teils auch Beiträge aus bürgerlichen Medien ihren Platz einnehmen, deren Gehalt an Information wir als sehr hoch einschätzen. Wir distanzieren uns aber von der Sprache und der Ideologie, welche in diesen Artikeln zum Ausdruck kommt.
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Anzahl TeilnehmerInnen: 800-900Demo: bunt gemischt (schwarz und rot-schwarz gut vertreten, rotmässig). "Black-Bloc-Anteil" 10-15%(*). Stimmung eher verhalten, gefällig der live Rap. (*) zum "Black Bloc" werden hier alle Leute gezählt, die sich durch Vermummung und Schutzkleidung vor Repression und Polizeiwillkür schützen. Die ideologische Ausrichtung wird nicht im Detail untersucht. Die Farbe der Schutzkleidung ist nicht relevant, sie ist jedoch meist schwarz. Der Berner Demoschutz war einmal mehr existent und gut organisiert. Das Auftreten war diskreter als bei den vorangegangen Antifa-Demos. Der Zwischenhalt vor dem Polizeiposten war sehr risikoreich, weil einem Polizeieinsatz nichts hätte entgegengesetzt werden können. Die enge Strasse ohne Fluchtweg plus die Bauzäune waren eine Sackgasse. Solche Fallen müssen gemieden werden. ---------------------------------------------------------------------- Kommentar: Wir erachten einen funktionierenden Demoschutz als eine unabdingbare Notwendigkeit. Der Zeitpunkt einer Eskalation darf weder der Polizei noch anderen Faktoren überlassen werden. Die Berner GenossInnen haben dies begriffen und sind auf dem richtigen Weg. In Staaten äusserster Repression (z.B. Türkei) entscheidet ein guter Demoschutz über Leben oder Tod. (In Genua war am Samstag kein Demoschutz sichtbar, die Provokateure hatten entsprechend leichtes Spiel). Es ist bedauerlich, dass sich gewisse Kreise (v.a. aus dem Kt. ZH) gegen einen straff organisierten Demoschutz stellen. Gegen (militärische) Staatsrepression an Demos gibt es nur ein Rezept: Organisation. Erstaunlich ist, dass beispielsweise der Revolutionäre Aufbau nicht in der Lage ist, einen Demoschutz zu stellen. Augenfällig wird dies jeweils am 1. Mai, wenn oft wahllos aus der Mitte des Demuzugs heraus Objekte oder Bullen angegriffen werden. Es ist davon auszugehen, dass der Aufbau nicht über genügend Leute verfügt. Hier sollte der Kontakt zu befreundeten Organisationen (auch aus anderen Städten) gesucht werden. Ideologische Differenzen müssen zurückgestellt werden. Die Infiltration der Demos durch verkleidete Zivilbullen stellt bekanntlich ein weiteres grosses Problem dar. Die Strasse darf nicht den Greifftrupps und Provokateuren des Staates überlassen werden. Hier müssen rasch Lösungen gesucht werden. Unsere Demos existieren im übrigen auch nicht als Tummelplatz für unpolitische Leute mit Krawall-Gelüsten und Macho-Allüren. Das muss ihnen klar gemacht werden. Organisieren wir uns, es ist die einzige Lösung. Carlo presente! libera genova AG Widerstand, 29. Juli 2001 |
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| 1500 CamperInnen demonstrierten trotz des Fraport-Verbots gegen Abschiebung und Internie-rungslager im Frankfurter Flughafen Schwerpunkte der nächsten Tage sind ZwangsarbeiterInnen- und Einwanderungsdebatte und nach wie vor der Rhein-Main-Airport Am Wochenende haben zu Beginn des 4. Antirassistischen Grenzcamps Kundgebungen und Demonstrationen in Frankfurt stattgefunden. Mit einer Auftaktkundgebung am Römer mit Theater, Redebeiträgen, Verteilung der Campzeitung stellten rund 500 CamperInnen den Frankfurter BürgerInnen ihr Anliegen vor. Die CamperInnen forderten die Abschaffung des Internierungslager C 182 auf dem Frankfurter Flughafen, um ihrer Forderung nach offenen Grenzen und freier Einwanderung für alle Nachdruck zu verleihen.Aus Protest gegen die Kriminalisierung von linken Gruppen in Genua und der massiven Misshandlung der Inhaftierten durch die italienische Polizei demonstrierten sie spontan zur Kreditanstalt für Wiederaufbau, als einem wichtigen Faktor der weltweiten Ausbeutung. Im Anschluss daran zogen sie zur Italienischen Botschaft. Insbesondere wurde die Freilassung der internationalen Volxtheaterkarawane gefordert, deren Mitglieder auf dem Weg von Genua zum Grenzcamp verhaftetet wurden. Sie sind weiterhin gewalttätigen Übergriffen der italienischen Polizei ausgesetzt. Die Ereignisse und der Mord an Carlo Giuliani überschatten die ansonsten sehr positive Stimmung der mittlerweile ca. 1500 CamperInnen. Genua wird deshalb weiterhin ein sehr wichtiger inhaltlicher Aspekt des Grenzcamps mit vielfältigen Aktionen und Arbeitsgruppen sein. "Wir fordern die sofortige Freilassung der Theatergruppe, weil wir die nächsten Tage mit Ihnen gemeinsam im Grenzcamp verbringen möchten" sagen Rosa und Carl Kemper. Am Sonntag war Schnuppertag auf dem Flughafen! 1500 CamperInnen machten mit einem klassischen Konzert mit Transparenten und Plakaten auf die alltägliche Abschiebungspraxis u.a. der Lufthansa und der Tarom aufmerksam. Trotz eines Verbotes durch Fraport und einem massiven Polizeiaufgebot gelang es nach einer Blockade der Zufahrtswege zum Abflugterminal und vielfältigen kleinen Aktionen und Kundgebungen im Flughafengebäude, eine gemeinsame Demonstration im Terminal 1C durchzusetzen. "Die Fraport hat sich mit dem Versuch unseren legitimen Protest zu verbieten, ein politisches Eigentor geschossen und die Betriebsstörungen selbst verursacht, mit der sie das Verbot begründete" betonte Rosa Kemper. "Wir werden die ganze Woche mit vielfältigen Aktionen am Flughafen präsent sein, da wir unsere Kritik an den Orten austragen, die den rassistischen Alltag prägen" meint Carl Kemper. Leider ist ein Versuch gescheitert, persönlich mit den Inhaftierten Flüchtlingen im Internierungslager Kontakt aufzunehmen. Zu den Erfahrungen im Transitbereich steht Manuel zur Verfügung. Die nächsten Tage stehen unter dem Motto: Zwangsarbeit und freie Einwanderung, sowie Ausbeutung billiger ausländischer Arbeitskräfte zugunsten deutscher Kapitalinteressen. Carl Kemper |
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________ 29. Juli: Noch immer werden Leute in Italien von der Strasse weg verhaftet! Deshalb an alle die zur Zeit noch in Italien unterwegs sind: Wenn ihr nicht unbedingt weiter reisen müsst, bleibt doch noch ein, zwei Tage im warmen Süden und geniesst die Sonne. Es wurde uns gemeldet, dass Busse gestoppt, Leute durchsucht und Bahnhöfe kontrolliert wurden.(30 Personen wurden dabei von der Polizei zu weiteren über- prüfung mitgenommen). Wir wissen auch, dass es in Turin und Napoli Razzien gegeben hat.Wichtig wenn ihr reist: Kleidet Euch "normal"! Sie picken sich vor allem Leute heraus, die in ihr Schema passen. Wenn ihr die Rückreise antretet, informiert Freunde, Freundinnen und meldet euch auch wieder wenn ihr zuhause seit zurück. Falls ihr auf der Reise Probleme habt, von anderen hört oder gesehen habt, meldet dies dem AntiRep.: ++41(0) 79/ 626'84'21 ________ 26. Juli: Der Großteil der in Genua festgehaltenen Deutschen ist in der Nacht freigelassen worden. Von den 58 Festgenommenen wurden 37 auf freien Fuß gesetzt. Unter den Freigelassenen ist auch eine Berliner Journalistin. 21 Deutsche sind weiterhin im Gefängnis. Im Laufe des Tages sei mit weiteren Freilassungen zu rechnen. Herzlich willkommen in der Freiheit! Alle Schweizer sind heute aus dem Knast rausgekommen! Herzlich willkommen in der Freiheit! |
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| Wir haben heute in der 1. Klasse des 13.09 Cisalpino der italienischen Staatsbahn einen stinken Protest hinterlassen gegen das G8-Treffen, das damit verbundene Dichtmachen der Grenzen und die massiven Angriffe und Folter an denVerhafteten. Zum Himmel stinkt der am Ende des kapitalistischen Elitetreffens hochgejubelte, vermeintliche Erfolg und gleichzeitiges Eingeständnis, solche Treffen würden nicht mehr stattfinden können. ...zum Himmel stinken...die 'Dialogs- und Verhandlungsangebote' im Vorfeld des G8-Mördertreffens: Einlullen, ablenken, spalten, um dann die Repression umso härter einzusetzen (z.B. als DemoteilnehmerInnen, Journalisten oder Sanitäter verkleidete Agents provocateurs / Zivilpolizisten). Der in Kauf genommene Mord an Carlo Giuliani, die brutale Räumung der Scuola Diaz und die Folter an den Verhafteten: zwei Seiten derselben Fratze. ...zum Himmel stinken die scheinheiligen Beteuerungen der schweizer Verbindungsbullen, nur zum Zwecke der Einschätzung der schweiz. Verhafteten die Staatsschutzdatensammlung (Isis) mit nach Genua transportiert zu haben! Kein Wort ihrer Komplizenschaft beim Aufbau eines internationalen Präventions- und Repressionsnetzes, das das internationale Sicherheitsdispositiv von Genua erst möglich machte! Eine"Internationale von Schergen im Dienste des internationalen Kapitals", die Mord und Folter in Kauf nimmt. Das Ziel davon: Die internationale antikapitalistische Bewegung sollte sich nicht mit dem Kampf der italienischen ProletInnen gegen die kapitalistischen Eliten verbünden und an und mit ihr wachsen, sondern zerschlagen werden. Dieses Ziel haben sie nicht erreicht: 40'000 in Rom, 15'000 in Neapel, 20'000 in Bologna... Demos und Aktionen in Berlin, Zürich, Genève, Hamburg, Athen, Amsterdem... die Antwort der Strasse in den Tagen danach spricht für sich. Die staatliche italienische Bahn trägt unseren stinkenden Beitrag in der 1. Klasse über die Grenzen hinweg, als Zeichen der Solidarität mit den Gefangenen und als Zeichen dafür, dass sich der internationale Widerstand gegen Staat und Kapital nicht von Grenzen aufhalten lässt. Für eine revolutionäre Perspektive! |
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| Bern: rund 900 Menschen protestierten gegen Polizeibrutalität und Globalisierung des Kapitals. Redebeiträge zu den Opfern der Polizeibrutalität in Bern und der Schweiz sowie in Genua wurden von einem Beitrag einiger ausländischen "BesucherInnen" Genuas untermauert. Diese erlebten die brutale Räumung des Indymedia-Centers und der gegenüberliegenden Schule. Vor, während und nach ihrer Verhaftung wurden sie misshandelt, entwürdigt und gefoltert. Es wurde auch bestätigt das viele Carabinieri Verhaftete zwangen, Parolen wie "Viva Duce" zu schreien und im algemeinen ihre faschistische Gesinnung offen bekannten. Ein gebrochener Arm und unzählige Blutergüsse sind die sichtbarsten Zeugnisse unserer GenossInnenen. Die Demo endete vor dem Polizeiposten Waisenhaus, dort wurden Parolen und die Umrisse von Menschen gemalt. Auserdem übergaben die Demonstranten den Schwarzen Block (aus Styrophor) den Bullen. Als Farbeier aufs Waisenhaus flogen, zersplitterte schliesslich eine Scheibe und einige Wurfgeschosse kamen der Polizei sehr, sehr nahe. Während dem ganzen Zug durch die Stadt bekam Mensch kaum uniformierte Polizei zu sehen. Natürlich waren Zivis und Provokaterure unter uns. Auch das Bundeshaus war scheinbar ungesichert. Nach offiziellem Demoende fuhren Kastenwagen an allen Kreuzungen der Innenstadt auf um gegebenenfalls eine Nachdemo zu verhindern. Polizia -assasini! Antifa Bern, Infoladen Bern, Anti Wto-Koordination, Reitschule Bern |
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Berner Zeitung 9.7.01Bethlehem Streit, Festnahme, Tod Er bedrohte seine Familie und wurde von der Polizei festgenommen. Dabei wurde der Mann verletzt. Nun ist er tot. Die Stadtpolizei Bern hat am Dienstagabend in einer Wohnung an der Looslistrasse einen 42-jährigen türkischen Staatsangehörigen festgenommen. Dabei wurde der Mann erheblich verletzt und ins Spital gebracht. Am Samstag ist er auf der Intensivstation des Inselspitals verstorben. Zur polizeilichen Intervention war es gekommen, nachdem der Mann seine Frau und die Kinder im Alter von zwei bis neun Jahren mit Hämmern bedroht hatte. Anwohner alarmierten die Polizei. Bei der Festnahme leistete er heftigen Widerstand und verletzte einen Polizisten mit einem Messer. Der Fernsehsender TeleBärn strahlte Bilder aus, auf denen zu sehen ist, wie der Mann von der Polizei geknüppelt wird. «Er wurde verletzt, das ist das eine. Jetzt ist er gestorben. Das ist das andere», erklärte Jürg Mosimann, Mediensprecher der Kantonspolizei auf Anfrage. Nun müsse man herausfinden, ob zwischen der Intervention der Polizei, den Verletzungen und dem Tod ein Zusammenhang bestehe. Die Polizei habe zuerst auch mit psychologischer Hilfe versucht, den Mann zu beruhigen, erklärte Kurt Wasserfallen, Direktor für öffentliche Sicherheit, gegenüber Radio ExtraBern. Die Polizei habe viele Register gezogen. ExtraBern sprach von einem Herzinfarkt als diagnostizierte Todesursache. Der zuständige Untersuchungsrichter hat die Kantonspolizei mit der Abklärung der Umstände beauftragt.mg/csb --------------------------- Bund 9.7.01 Bei Festnahme verletzter Mann ist tot STADT BERN / Der 42-jährige türkische Familienvater, den die Stadtpolizei letzte Woche in Bethlehem verhaftete und dabei verletzte, starb am Samstag auf der Intensivstation. swe. Letzten Dienstag wurde die Stadtpolizei um 19 Uhr von Nachbarn zu einem Familienstreit nach Bethlehem gerufen: Ein Mann bedrohte an der Looslistrasse seine Ehefrau und drei Kinder mit Hämmern. Die Beamten brachen die Wohnungstür auf und brachten Frau und Kinder in Sicherheit. Der Familienvater, ein 42-jähriger Türke, zückte ein Messer und verschanzte sich auf dem Balkon. Er wehrte sich laut Polizei heftig gegen die Festnahme und verletzte einen Polizisten mit dem Messer. Erst der Sondereinheit «Stern» gelang es nach fast vier Stunden, den Mann, dem die Stadtpolizei «aggressives und uneinsichtiges Verhalten» attestierte, zu überwältigen. Dabei wurde er laut Polizeicommuniqué vom Mittwoch «verletzt und musste hospitalisiert werden». Am Samstag nun ist der Festgenommene auf der Intensivstation des Inselspitals gestorben, wie das Untersuchungsrichteramt Bern-Mittelland gestern mitteilte. Es hatte in einem eigenen Communiqué am Mittwoch von «erheblichen Verletzungen» gesprochen und bereits zu diesem Zeitpunkt eine Untersuchung eingeleitet: Die Kantonspolizei klärt seither die Umstände ab. Dies sei immer noch im Gang, sagte Kapo-Sprecher Jürg Mosimann gestern auf Anfrage. Die Kantonspolizei untersuche minutiös, was vom Eintreffen der Stadtpolizei bis zur Verhaftung passiert sei. Zu Einzelheiten aus dem Ablauf der Verhaftung - welche Mittel die Stadtpolizei wann einsetzte zum Beispiel - nahm er nicht Stellung. Parallel dazu tritt nun nach dem Tod des Mannes die Rechtsmedizin auf den Plan: Sie untersucht, woran er gestorben ist. Und sie klärt laut Mosimann ab, «ob die Todesursache in kausalem Zusammenhang mit der polizeilichen Intervention steht». |
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Nach dem privatisierten Schwab-Referat: Wie die Globis und Snobis die Krise meistern.Am 4. Juli passierte an der ETH das, was für jeden im Voraus klar war nur für die Verantwortlichen der ETH nicht: Klaus Schwabs geplanter Auftritt provozierte Widerstand. Es wurde schliesslich ein schöner Erfolg für die antikapitalistische Linke, deren Kurs unter dem neuen Label "Globalisierungsgegner" etwa so steigt, wie die Börsenkurse gegenwärtig fallen. 200 Leute reichten und Schwab machte die Schwalbe. Zwar nicht ganz er sprach bekanntlich dann doch noch vor einem internen Kreis -, aber dennoch: Was er an dem "öffentlichen Vortrag" den ETH-Altherren und den Medien vortragen wollte, geriet zur Maulwurf-Veranstaltung. Den Medienleuten blieb einmal mehr nur die Berichterstattung über den Protest. Das wurmt sie, die feinen Herren und Damen Minister, die Konzernchefs und ihre Strategen: Stell dir vor, sie lächeln und keiner schaut hin! Konfetti statt Konferenzen, Bunker statt Banketts, Festungen statt Festivitäten - der Protest hat die Öffentlichkeit erobert, während sie sich von dieser immer mehr abschotten. Das haben sie nun von der Privatisierung. Wären da nicht die dumpfen Medienleute, denen eingehämmert wurde: Lasst das kritische Denken, lasst lieber den Promi sprechen, der hat immer Recht. Denn schliesslich sorgt sein Kommunikationsberater dafür, dass die Lügen zur Wahrheit werden. Deshalb entschwinden die Globis und Snobis doch nicht ganz aus der Öffentlichkeit, ihr Urteil über den Protest ist gefragt, allerdings ohne den Glanz des antrainierten Lächelns. Der Ernst der Lage verlangt ein ernstes Gesicht. Und wer wüsste das besser als Rolf Probala, ehemaliger SF DRS-Mann und auch in seiner Funktion als ETH-Medienverantwortlicher weiterhin mit guten Beziehungen zur Nachrichtenredaktion des Schweizer Fernsehens. Die ETH sei ein Ort der freien Rede, ein Ort der freien Meinungsäusserung, ein Ort der geistigen Auseinandersetzung, sagte er ins SF DRS-Mikrofon, während seine Sicherheitsleute gerade damit beschäftigt waren, friedlichen jungen Menschen den Eingang zum Auditorium Maximum zu verwehren, nur weil sie annahmen, dass deren Meinung sich nicht mit derjenigen von Klaus Schwab deckte. "Es ist unakademisch, jemanden an einem Vortrag zu hindern", beschied hingegen der Zürcher Bildungsdirektor Ernst Buschor dem Tagi-Journalisten vor lauter Ärger darüber, dass man heutzutage nicht einmal mehr in der ETH Ruhe hat vom Volk. Und was sagte der verhinderte Referent Klaus Schwab? Er nutzte die Gelegenheit und sinnierte vor der Journigemeinde über die Meinungsäusserungsfreiheit. Es ist gut, dass sich dieser Mann endlich mal Gedanken über die demokratischen Grundrechte macht! Dass die Freiheit, die er meint, nicht die Freiheit der Andersdenkenden ist, wird er uns allerdings schon bald wieder beweisen. Ähnliches ist von der NZZ zu vermuten, welche das Kunststück fertig brachte, die Verhinderung der freien Meinungsäusserung zu beklagen und gleichzeitig die Anwesenheit Andrea Stauffachers unter den AktivistInnen zu beanstanden. In ungewohnter boulvardesker Manier blies sie sogleich zur Hetze gegen die Genossin, welche für sechs Monate in politischer Halbgefangenschaft sitzt. Der geschärfte Blick der NZZ beweist indes nur eins: Das ETH-Debakel wurmt. Gut so. Auf Widerstand in Genua! |
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| Maoistische Rebellen haben in der Nacht auf den Samstag in Nepal in drei Angriffen mindestens 41 Polizisten getötet. Zwölf Beamte werden noch vermisst, und fünf weitere nicht identifizierte Opfer stammen wahrscheinlich aus den Reihen der Angreifer. Diese hatten kurz nach Mitternacht drei befestigte Polizeiposten westlich und nördlich von Kathmandu umzingelt und sie mit Granaten und Bombensätzen angegriffen, als sich die Belagerten nicht ergeben hatten. Es ist der schwerste Angriff nach dem Massaker vom 1. Juni, als Kronprinz Dipendra die gesamte Königsfamilie erschoss. Der neue König, Gyanendra, feierte am Samstag seinen 55. Geburtstag. Der öffentliche Ruhetag, bei dem in zahlreichen Tempeln für das Wohl des Regenten gebetet wurde, fiel mit dem jüngsten Massaker in eine noch düsterere Stimmung, als er es nach dem traumatisierenden Königs- und Elternmord ohnehin schon war. Beobachter zweifeln nicht daran, dass der Zeitpunkt der Angriffe von der «Communist Party of Nepal (Maoist)» gewählt wurde, um dem König - und der Monarchie - mit diesem «Geburtstagsgeschenk» erneut den Krieg zu erklären. Die Maoisten hatten den Königsmord kritisiert, allerdings nicht aus Sorge um die Institution, sondern weil sie darin ein Komplott der Regierung und Indiens sahen. Diese seien mit dem Monarchen unzufrieden gewesen, weil er sich weigerte, im Kampf gegen die Maoisten die Armee einzusetzen. Für sie ist der neue König eine Marionette der Scharfmacher, welche Verhandlungen mit den Maoisten als sinnlos betrachten. Nächste Woche soll ein neues Gesetz in Kraft treten, das der Polizei und Gerichten grössere Freiheiten gibt, Verdächtige zu verhaften und öffentliche Proteste zu unterbinden. Die Maoisten haben für den 12. Juli einen Generalstreik ausgerufen und bereits dafür gesorgt, dass ihm Folge geleistet wird. Zwei Bombensätze waren letzte Woche vor den Residenzen des Premierministers und des obersten Richters hochgegangen; zahlreiche weitere konnten im Gebiet der Hauptstadt entschärft werden. Die maoistische Partei ist vor vier Jahren in den Untergrund gegangen, nachdem sie den demokratischen Weg für eine Umwandlung in eine Bauernrepublik und Hoffnungen für tiefgreifende soziale und wirtschaftliche Reformen aufgegeben hatte. Sie hat sich seitdem vor allem in den abgelegenen und armen Regionen im Westen des Landes festgesetzt, und sie hat dort mit der gezielten Eliminierung von Vertretern des Staates, von Politikern, reichen Bauern und Händlern die staatlichen Strukturen erschüttert. Die Zahl der Opfer wird auf über 1700 geschätzt. In einem Drittel der Bezirke kontrollieren die Maoisten inzwischen die Verwaltung und üben dort eine Volksjustiz aus. In den letzten Tagen gab es in Indien Berichte, wonach sich die nepalesischen Maoisten mit Organisationen zusammengetan haben, die in Indien, Bangladesh und Sri Lanka eine ähnliche Strategie des bewaffneten Bauernkampfes gegen Grossbauern und die Bourgeoisie in den Städten verfolgen. |
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| Übersetzung eines Textes zu dem Aufstand in Bradford letzte Nacht. Quelle: Indymedia Großbritannien Bradford weiß, wie es zu tun ist. (Anonym, Bradford 4.58 Sonntag 8.Juli) Aus Sorge um Vergeltungsmaßnahmen kann ich keine detaillierten Angaben von mir oder anderen machen. Ich hoffe das ist verständlich. Vielen Dank Was für ein heißer Tag in Bradford! Die spektakulärste Comunity des heutigen Tages. Die Menschen von Bradford sind nun weithin bekannt nach der letzten Nacht, wo sie direkt handelten gegen Nazis/Faschisten, die vorhatten sich in Bradford zu versammeln. Die Polizei übernahm die Rolle, die man von ihr erwartete: Schutz der Faschisten gegen eine sich erhebende Comunity und wie üblich attackierten sie uns, weil wir unsere Comunity verteidigten. Wir nennen die Cops Nazis/Faschisten. Sie sind die Feinde des Volkes, egal welche Hautfarbe sie haben, sie sind alle gleich, mehr "nicht-weiße" Cops ändern gar nichts. Unsere Comunity hatte einen Sieg gegen Nazis und Staat. Die Anti-Nazi-League - Unterstützer waren überwiegend gekommen um nur zu protestieren. Wir brauchten keine Anführer, wir nahmen das Heft des Handelns selbst in die Hand. Niemals wieder werden wir aus unseren eigenen Straßen vertrieben, gezwungen uns in unseren eigenen Häusern zu verstecken, unsere Köpfe gesenkt haltend, Comunity-Leaders haben uns immer verkauft. Wir schlagen zurück. Wir lassen uns nicht verraten. Das ist deutlichster Antikapitalismus - eine Comunity, die revoltiert. Wir müssen darauf aufbauen. In jeder Stadt, in jeder Großstadt müssen wir unser Möglichstes tun um, gegen die rassistisch-faschistische Situation, unter der wir leben, den Kampf aufzunehmen und zwar direkt gegen den Staatsapparat. Vertreiben wir die Polizei aus unseren Straßen, befreien wir unsere Comunitys - eine nach der anderen - der Domino-Effekt. Wir brauchen nicht zu warten bis die Nazis marschieren wollen, weil die Polizei jeden Tag die Einschüchterung und Schikane der Arbeiterklasse betreibt. Wir können selbst zurück schlagen. Kein Widerstand mehr, sondern in die Offensive gehen. |
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| Bildungsdirektor Buschor beklagt das fehlende Demokratieverständniss der Globalisierungsgegner, die WEF-Gründer Klaus Schwab den Zugang zu einer von der ETH-Alumni organisierten öffentlichen Veranstalung versperrt haben. Klaus Schwab zeigt sich im 10 vor 10 befremdet, dass er beschützt werden muss und signalisiert wieder einmal seine berühmte Dialogbereitschaft. Fakt ist wer gestern nicht in Anzug und Kravatte antanzte oder nicht über eine LEGI verfügte, dem wurde der Zugang zur öffentlichen Veranstaltung verweigert. Dies entlarvt andererseits das Demokratieverständnis eines Herrn Buschor und eines Herrn Schwab, die nur bereit sind mit Ihresgleichen an einer öffentlichen Veranstaltung zu partizipieren, durchaus als elitär. So weit kann man also die Aktion der "Terroristen" (Zitat Gerhard Schröder) durchaus nachvollziehen, nachdem sie für untauglich befunden werden der Veranstaltung beizuwohnen, lassen sie diese platzen. Ob es in der Aula zu Störungsaktionen gekommen wäre, ist Gegenstand von Spekulationen. Die Fakten sprechen aber eine klare Sprache: Davos wird hermetisch abgeriegelt, damit sich die selbsternannten GlobalPlayers ihrem selbsternannten GlobalGame widmen können. An der ETH wird, genau wie in Davos nur den von Schwab für gut befundenen Medien Eintritt gewährt und wehe es lässt sich ein Nichtakademiker blicken.... dies wohl könnte das Ende des GlobalGames bedeuten. |
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| Credit Suisse hat www.solikreis.org zur Kenntnis genommen! Die Solidaritätsaktion für Florian Aicher scheint der Grossbank doch an den Nerv zu gehen, kommt der skandalöse Fall doch zusehends in den Medien zur Sprache. Auch die Kampagne auf der Website www.solikreis.org gegen die politisch motivierte Entlassung von Florian Aicher ist der Credit Suisse offenbar mehr als unangenehm. Da www.solikreis.org inhaltlich nichts entgegenzusetzen ist, versucht man es mit formaljuristischen Mitteln. Die neuste Massnahme ist die Drohung, mit einer superprovisorischen Verfügung die Abschaltung der solikreis-Website zu veranlassen. Credit Suisse macht Urheberrechte auf das Design von www.solikreis.org geltend, weil es jenes der Credit-Suisse-Website persifliert. Aber: es ist zu spät, die Spuren zu verwischen. Die Tatsache, dass die Grossbank in ihren Räumen keine politisch missliebigen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen duldet, wird von Tag zu Tag bekannter. Und www.solikreis.org wird so oder so kräftig mithelfen, dies zu verbreiten. | |||||
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Eingeladen wurde der Gründer und Präsident des Davoser Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, von ETH-Alumni Zürich, einer Vereinigung von Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Im Rahmen der von der Vereinigung organisierten Vortragsreihe hätte Schwab zum Thema "Öffentlich/Private Partnerschaft im Zeitalter der Globalisierung" sprechen sollen. Dazu kam es nicht.Eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung hatten sich vor einem Hörsaal der ETH etwa 100 hauptsächlich junge Leute versammelt, denen der Zutritt verweigert wurde. Es kam zu ersten Scharmützeln mit Angestellten des ETH-Sicherheitsdienstes, worauf Beamte der Kantonspolizei zur Verstärkung heranrückten. Mit Schlachtrufen wie "WEF - Mördertreff" und "Der Klaus muss raus" reagierten die Demonstranten. Tische flogen, Eier lagen am Boden. Vortrag abgesagt Im Hörsaal warteten unterdessen rund 150 Leute auf den Vortrag. Die Mehrheit trug Krawatte und Kostüm. Man kannte sich, schüttelte Hände, parlierte. Plötzlich rauschte es durch das Funkgerät eines Sicherheitsbeamten im Saal, man hörte das Zuschlagen der Eingangstüren und Stimmen: "Aufmachen, aufmachen!" Im Saal blieben alle ruhig, jemand fragte: "Gegen was sind die überhaupt?" Der Vortrag hätte um 18.15 Uhr beginnen sollen, kurz vor halb sieben trat Beat Müller, Leiter der Abteilung Sicherheit an der ETH Zürich, ans Rednerpult. "Dieses Umfeld ist der Academia nicht würdig, Herr Schwab ist abgereist." Ein verhaltenes Raunen ging durch die Reihen, dann wartete man auf den Auslass, ohne Klaus Schwab überhaupt gesehen zu haben. Ein Geschäftsmann aus der Romandie nahm es gelassen: "Das ist die Demokratie." Bildungsdirektor Ernst Buschor ärgerte sich: "Es ist unakademisch, jemanden an einem Vortrag zu hindern."Draussen vor dem Saal brach Jubel aus. Aber nicht alle stimmten mit ein. Ein Aktivist meinte, er hätte Schwabs Argumente gerne angehört. Doch für die meisten war das Ziel, Schwab am Reden zu hindern, erreicht. "Und ich glaube, wir haben uns einen Happen verdient", sagte ein Sprecher durch das Megafon. Einen Stock höher sei ein Bankett für die Teilnehmer vorbereitet. Die Aktivisten feierten ihren Sieg mit Wein, den sie in Harassen runterschleppten. Doch Klaus Schwab hielt seinen Vortrag an diesem Abend trotzdem noch, zwar mit Verspätung und nur vor einem kleinen Kreis im Dozentenfoyer. |
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Die österreichischen Behörden haben in Zusammenarbeit mit der Polizei bis zu 150 Globalisierungsgegner aus Salzburg abtransportiert. Mit einem Sonderzug wurden die Kritiker des Weltwirtschaftsforums in Begleitung zahlreicher Polizisten in der Nacht nach Wien gefahren. Die Fahrt sei ohne Zwischenfälle verlaufen, heißt es. Auch protestierende Männer und Frauen aus Deutschland und der Schweiz sollten mit Zügen in ihre Heimat gebracht werden.Hintergrund der Aktion sind die zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zwischen militanten Globalisierungsgegnern und der Polizei am Sonntag. Hunderte Demonstranten waren nach einer zunächst friedlichen Kundgebung durch die Straßen gezogen. Nachdem sie an einer Polizeiabsperrung gestoppt wurden, um nicht zum Kongressgebäude gelangen zu können, eskalierte die Situation: Steine flogen, die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein und kesselten 300 der zumeist Jugendlichen ein. Mindestens zwei Demonstranten und ein Polizist wurden verletzt, elf Randalierer festgenommen. Balkan, Russland und Polen Zum Auftakt der dreitägigen Konferenz beschäftigte sich das Weltwirtschaftsforum mit den Perspektiven einer Erweiterung der Europäischen Union um osteuropäische Staaten. Der Ministerpräsident der jugoslawischen Teilrepublik Serbien forderte, die Erweiterung müsse zur Friedenssicherung in Europa auch den Balkan einbeziehen. Der russische Generalbevollmächtigte für die Wolga-Region, Sergej Kirienko, sagte, die EU solle auch für einen Beitritt Russlands in einigen Jahren bereit sein. Als Zeitraum nannte er die Phase nach der gegenwärtigen Erweiterungsrunde. Die EU verhandelt derzeit mit zwölf Ländern über einen Beitritt. In einer ersten Runde sollen von 2004 an Zypern, Tschechien, Estland, Ungarn, Slowenien und Polen aufgenommen werden. EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen bekräftigte, dass Polen bei der nächsten Erweiterungsrunde dabei sein werde. Der Eindruck, Polen sei ein Sorgenkind des Erweiterungsprozesses, sei falsch. An dem Treffen nehmen 600 Experten und Politiker aus 44 Ländern teil, darunter auch 15 Staats- und Regierungschefs. Vorsitzender der Tagung ist der Finanzmakler George Soros. |
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Demonstranten warfen Steine und Ziegel. Polizisten setzten Schlagstöcke ein. Rund 300 Personen wurden eingekesselt. Der Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Salzburg ist von Auseinandersetzungen zwischen militanten Globalisierungsgegnern und der Polizei begleitet worden. Hunderte Demonstranten zogen nach einer zunächst friedlichen Kundgebung durch die Straßen und wurden an einer Polizeiabsperrung gestoppt. Wenig später eskalierte die Situation.Es wurden Steine und Ziegelsteine geworfen, die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke ein und kesselten rund 300 Demonstranten ein. Mindestens fünf Personen, darunter auch Polizeibeamte, wurden verletzt. Am späten Abend löste sich die Demonstration auf. Nach den Ausschreitungen sind noch in der Nacht rund 100 bis 150 Globalisierungsgegner mit einem Sonderzug in Richtung Wien abgefahren. Etwa ebenso viele Polizisten waren zu ihrer Begleitung eingestiegen. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle. Nach Angaben der Wiener Behörden verließen die Demonstranten ohne weitere Kundgebungen den Westbahnhof |