Stellungnahme zu den (Schein-) Besetzungen vom Sonntagabend dem 17.12.2000



Die in der Vergangenheit stark repressive Haltung und das unverhältnismäßige und unberechenbare Vorgehen der St.Galler Justiz und der Stadt (Hausräumungen und Verurteilungen) gegen HausbesetzerInnen in Güllen, hat uns nicht – wie wahrscheinlich vorgesehen - abgeschreckt und stumm gemacht. Wir haben jedoch keine Lust mehr, die brachiale Gewalt der unverhältnismäßig brutalen Polizeieinsätzen bei Hausräumungen über uns ergehen zu lassen. Wir sind gegen jegliche Gewalt.
Deshalb haben wir, die bewegten Güller, am Sonntagabend um 22.00 Uhr zehn Häuser (siehe Pressemitteilung vom 17.12.) in St.Güllen scheinbesetzt.

Scheinbesetzt heißt aber nicht, dass wir mit Scheinforderungen argumentieren!!!

Wir wollen damit der Stadt St.Gallen, dem Stadtrat und der ganzen Öffentlichkeit zu verstehen geben, dass unsere Forderungen nach selbstgemachtem Kultur-, Lebens-, und Wohnraum mit Qualität und Preisniveau ernst gemeint sind und leerstehende Liegenschaften zur Umsetzung unserer Ideen in Güllen vorhanden sind.
Mit diese Aktion wollen wir niemand erpressen – uns geht es lediglich darum, daß die Forderungen endlich ernst genommen werden. Wir werden in den näxten Tagen wieder Kontakt mit der Stadt und den betroffenen HauseigentümerInnen aufnehmen und hoffen auf offenes Gehör und eine faire Verhandlungsbasis.



Wir verbleiben mit den
altbekannten Forderungen
:

- keine Kriminalisierung der BesetzerInnen
- einen (nicht durch die Polizei) geschützten Treffpunkt an der Wärme für Jung und Alt, wo wir uns jederzeit, ohne Konsumzwang und aufdiktierten Regeln treffen können.
- Wohn-, Kultur-, Lebens- und Freizeitraum (um sich ungestört zu treffen, diskutieren, Partys veranstalten, Konzerte organisieren, wohnen und sich gemütlich einrichten, Filme schauen, sich ausruhen, austauschen, basteln, malen, Frust ablassen, Energien tanken, feiern, zusammen kochen und essen, spielen, im Garten grillen, Gemüse anbauen, sich um das Haus kümmern, lachen, einfach sein und leben, studieren und und und .....da gibt’s noch tausend Sachen die mensch kann gemeinsam machen
- Freiraum, mit Preisniveau für jedermensch ( auch Lehrlinge, SchülerInnen, Arbeitslose usw. sind Menschen und haben ein Recht auf Kultur und selbstgemacht ist nun mal billiger)
- Erhaltung von billigem Wohnraum
- Keine Verwüstung der Stadt durch Betonmonster


Die bewegten Güller melden sich zu Wort.....und sicher nicht zum letzten Mal!