DAS MASSAKER AN DEN GEFANGENEN IST NOCH NICHT BEENDET, ABER AUCH DER
WIDERSTAND DER GEFANGENEN GEHT WEITER



BISHER ÜBER 30 ERMORDETE GEFANGENE

63. TAG DES HUNGERSTREIKS / TODESFASTENS


Der Todesfasten wird in den Militärkrankenhäuser, in den Zellen und in den Gefängnissen von Canakkale und
ümraniye fortgeführt und ist heute im 63. Tag. Sie verweigern immer noch jegliche Nahrungsaufnahme. Wenn
Gefangene Nahrung zu sich nehmen, geschieht das nicht freiwillig, sondern durch Zwangsernährungs-
massnahmen (die mit Folter gleichzusetzen sind). Der Kampf ist nicht beendet. Die Gefangenen haben
klargestellt das sie alle sterben werden, wenn die Isolationsgefängnisse nicht abgeschafft werden.
In Bayrampasa hat der Staat selbst mit Brandbomben die Gefangenen ermordet. Eine schwerletzte Gefangene,
die zum Krankenhaus gebracht wurde hat vor versammelter Presse laut geschrien; "Sie haben uns alle bei
lebendigem Leib verbrannt. 6 Frauen haben sie verbrannt.". Die paramilitärischen Operationen in Canakkale
und ümraniye dauern immer noch an. Es gibt ein erbitterten Widerstand von den Gefangenen. Mittlerweile ist
es der dritte Tag erreicht worden. Die Zahl der Toten beträgt 30 oder mehr. Da sich weder die Medien , noch
Angehörige und Anwälte ein genaues Bild von der aktuellen Situation machen können ( Sie werden nicht zu
den Verletzten durchgelassen, Angehörigen wird sogar die Teilnahme an der Obduktion der Toten verweigert,
die Presse bekommt nur die Informationen des Staates ), ist zur Zeit keine klare Aussage über die genaue Zahl
der Getöteten möglich . Das Schicksal der Verletzten ist ungewiss. Jede Nacht gibt es in verschiedenen Städten
der Türkei Zusammenstösse mit der Polizei. Polizeiautos wurden in Ankara und in den Armenvierteln von
Istanbul in Brand gesteckt. In Izmir gab es gestern eine Protestdemonstration von Studenten, die ebenfalls zu
einem Strassenschlacht ausgeweitet wurde. Auf ein Polizeiwagen ist gestern in Nurtepe ein Anschlag verübt
worden. Zwei Polizisten wurden verletzt.
Hunderte von MenschenrechtsaktivistInnen und solidarische Menschen sind verhaftet worden

Auch in Europa kam es in vielen Städten zu Demonstrationen und Besetzungsaktionen. Z.B. wurde in Stuttgart
der Fahrstuhl des Funkturms, in London das Riesenrad des Millenium-Domes, in der Schweiz
Parlamentsgebäude für mehrere Stunden besetzt. ƒhnliches geschah mit zahlreichen EU- und
Regierungsparteien-Büros in W-Europa. Eine Zusammenfassung ist zur Zeit kaum möglich, da die
durchgeführten Aktionen in der Türkei und W-Europa sehr vielfältig und zahlreich sind. Ein Ende der
Solidaritätsaktionen ist genauso wenig absehbar, wie ein Ende des Widerstands der Gefangenen in der Türkei.

Viele Menschnrechtsorganisationen ( u.a. Amnestie International, Medico usw.) verurteilten in
Protesterklärungen das gewaltsame Vorgehen des türkischen Regimes. Auch die Bundestagsfraktionen von den
Grünen/B90 und der PDS verurteilten in öffentlichen Erklärungen verurteilten das Verhalten der Türkei und
forderten die Regierung dort auf die Forderungen der Gefangenen zu erfüllen bzw. wieder mit den Gefangenen
zu verhandeln und die bisherigen Morde zu untersuchen.

Die aktuellste Namensliste der (bisher) ermordeten Gefangenen:
Ahmet Ibili
selbstverbrannt in ümraniye (hiernach haben Soldaten auf ihn geschossen)
Hasan Güngörmez
in Cankiri ermordet
Irfan Ortakci
in Cankiri ermordet
Fidan Kalsen
in Canakkale Gefängnis ermordet
Murat ÷zdemir
in Bursa ermordet
Burhan Gardas
in Aydin ermordet
Mesut ÷rs
in Bursa selbstverbrannt
Sevgi Erdogan
in Usak ermordet
Ali Ekber Düzova
in Bayrampasa ermordet
Serdar Karasu
in Bayrampasa ermordet
Serdar KaraÁelik
in Bayrampasa ermordet
Sefinur Tezgel
in Bayrampasa ermordet
Seyhan Dogan
in Bayrampasa ermordet
÷zlem Ercan
in Bayrampasa ermordet
Nilüfer Alcan
in Bayrampasa ermordet
Aydin Hambayat
in Bayrampasa ermordet
Gülser Tuzcu
in Bayrampasa ermordet
Rahsan Kayser
in Bayrampasa ermordet
Gülseren ÷ztürk
in Bayrampasa ermordet
Halil ÷nder
in Bayrampasa ermordet
Dursun ÷nder
in Canakkale Gefängnis ermordet
Sadi ÷zbolat
in Bayrampasa ermordet
Yazgülü Güder ÷ztürk
in Bayrampasa ermordet
Dursun ÷zdemir
«anakkale Gefängnis ermordet
Ali Ihsan ÷zkan
in Bursa ermordet
Ali Ates
in Bayrampasa ermordet
Cengiz Calikiparan
in Bayrampasa ermordet
Murat ÷rdekzi
in Bayrampasa ermordet
Mustafa Yilmaz
in Bayrampasa ermordet

Wir fordern Rechtsanwälte, PolitikerInnen und MenschenrechtsaktivistInnen dazu auf, sich an Delegationen in
die Türkei zu beteiligen. Die PDS Bundestagsabgeordnete und Türkeiexpertin Heidi Lippmann ist schon mit
einem MitarbeiterInnenstab ist schon in die Türkei gereist. Gerade die Aussperrung der Medien, die eine
objektive Berichterstattung unmöglich macht und die wiederholten Angriffe auf solidarische
MenschenrechtsaktivistInnen macht einen solchen Schritt notwendig. (Informationen bei oben genannter Adresse)

Wir rufen alle auf zu den SOLI-HUNGERSTREIKZELTEN zu kommen und sich an den Protesten zu
beteiligen (- das gilt ebenfalls für JournalistInnen um über die Proteste und die Motive der Menschen die an
Protesten teilnehmen zu berichten) :
Der Soli-Hungerstreik in Köln findet auf der DOM-Platte statt
Der Soli-Hungerstreik in Rotterdam findet in Eendrachtsplein statt
Der Soli-Hungerstreik Brüssel findet in DHKC Büro, Rue Belliard 197 statt
Der Soli-Hungerstreik in Wien findet in WIEN 6., MüNZWARDEINGASSE 5 statt
Der Soli-Hungerstreik in Frankfurt findet auf der Hauptwache statt
Der Soli-Hungerstreik in Paris findet in 40 Rue Louis Blanc, 75010 Paris statt
Der Soli-Hungerstreik in London findet in Finsbury Park, Manor house statt


Ausserdem fordern wir alle Menschen dazu auf, sich an Demonstrationen zu beteiligen und Protestbriefe an die
Verantwortlichen des Mordens zu schreiben.

RICHTEN SIE IHREN PROTEST BITTE AN:

Justizminister Hikmet Türk (Adalet Bakanligi, TR-06659 Ankara, Türkiye): Fax
(0090) 312 418 5667
eMail: sturk@adalet.gov.tr, (Telegramm: adalet bakani, ankara, türkei)

Innenminister Sadettin Tantan (IÁisleri Bakanligi , TR-06644 Ankara,
Türkiye): Fax (0090) 312 4 18 1795
(Telegramm: interior minister, ankara, türkei)

Generaldirektor der Haftanstalten Ali Suat Ertosun: Fax (0090) 312 - 4 14
63 01, eMail: ertosun@adalet.gov.tr

Staatspräsident Sezer, Türkei: Fax: 0090 312 427 13 30

Ministerpräsident Bülent Ecevit: Fax: 0090 312 417 04 76


Bundeskanzler Gerhard Schröder: Fax: 030 4000 2357, email: bundeskanzler@bundeskanzler.de

Aussenminister Joseph Fischer: Fax: 01888 17 3402, emaial: poststelle@auswaertiges-amt.de


Kopien an:

Herrn Rüstü Yücelem, Büro des Ministerpräsidenten (Basbakanlik, 06573
Ankara, Türkei, Beauftragter für Menschenrechtsfragen) Fax: (0090) 312 - 417
0476
Kanzlei der Botschaft der Türkei, Rungestr. 9, 10179 Berlin - (S.E. Tugay
Ulucevik),
Fax: (030) 275 85 700; (030) 275 90 915; eMail: turk.em.berlin@t-online.de

Bitte senden Sie auch eine Kopie Ihres Protests an:

IHD (Menschrechtsbüro) Istanbul. Fax: 0090 212 25 14 155, email: ihdist@superonline.com


Weitere Informationen über den neuesten Stand der Dinge sind über die oben genannte Telefonnr. ständig zu
erfragen.

WIR FORDERN ALLE INSTITUTIONEN, ZIVILPERSONEN AUF, GEGENüBER DEN ANDAUERNDEN
MASSAKER NICHT ZU SCHWEIGEN UND SICH DEN PROTESTEN ANZUSCHLIESSEN, UM DIE
ANSTEHENDEN MASSAKER IN DEN GEFƒNGNISSEN ZU VERHINDERN!


Mit freundlichen Grüssen
C. Ondreka
(Komitee gegen Isolationsfolter)