IKM
Izolasyon Iskencesine Karsi Mücadele Komitesi
Komitee gegen Isolationshaft
Comitee for Struggle against Torture through Isolation
tel/ fax.:0049 / 40 / 28053625
Adr.: Kreuzweg 12 - 20099 Hamburg
Internet.: www.noisolation.de
E-Mail.: noisolation@ninebyte.de
Hamburg, den 27.12.2000
PRESSEMITTEILUNG (DOKUMENTATION) :
An die Redaktionen
Ausland / Europa / Türkei
An die AuslandskorrespondentInnen Türkei
u. freie MitarbeiterInnen i.d. Türkei ihrer Zeitung
Die Zeugen des Massakers erzählen die Wahrheit!
Die Regierung der Türkei kann das Massaker nicht verheimlichen. Im folgenden geben wir
die Erzählungen der Gefangenen vom Bayrampasa-Istanbul Gefängnis, die
lebend entkommen konnten, wörtlich wieder. JedeR soll sehen, JedeR soll
hören, welch grausames Massaker mit der sogenannten
"Lebens-Rettungs-Operation" angerichtet wurde.
Aylal Özcan
(von der ersten Gruppe der Todesfastenden; befindet sich im Todesfasten)
Am 19. Dezember gab es gegen 05:00 Uhr ein Explosionslärm, das uns
aufweckte. Eine Freundin rief, "Freunde, sie richten eine Operation gegen
uns." Wir zogen uns alle ganz schnell an. Ich schaute aus dem Fenster und
sah dort, dass spezielle Soldaten-Einheiten auf den Dächern postiert waren.
Sie hatten Gasmasken aufgesetzt und richteten ihre Gewehre auf unsere
Gemeinschaftszelle. Noch bevor wir uns angezogen hatten, fingen sie an, auf
uns zu schiessen. Wir warfen uns alle auf den Boden. Wir feuchteten alle
Handtücher, die wir finden konnten an. In dieser Zeit fingen sie an, an
verschiedenen Stellen, die Dächer zu durchbrechen. Sie riefen immer wieder
Beschimpfungen zu uns runter. Sie sagten, "wir sind gekommen, um Euch zu
töten". Sie versuchten weiter, das Dach zu durchbrechen. Von draussen und
von oben warfen sie andauernd Platzbomben. Nachdem sie im Dach ein Loch
eröffnet hatten, bombardierten sie uns immer wieder mit Gasbomben. Wir
konnten kaum atmen, es war so, als würden wir ersticken. Daher verdeckten
wir unsere Gesichter mit den angefeuchteten Handtüchern und zerschlugen
einige Fensterscheiben, damit etwas Luft reindringen konnte. Die
Bombardierung mit Gasbomben hörte nicht auf. Wir gingen von der Mitte der
Gemeinschaftszelle an die Fenster, um hier etwas atmen zu können. Einigen
unserer Freundinnen wurde es durch die Wirkung des Gases übel. Diejenigen,
die kamen, um uns zu massakrieren und die anderen, die draussen standen
riefen immer wieder "ergebt Euch. Wenn Ihr Euch nicht ergebt, werden wir
Euch alle töten." Wir antworteten darauf mit unseren Parolen, mit unseren
Marschliedern und mit unseren Tililis (Anm: dies ist in Anatolien und in
Kurdistan ein traditioneller Freuderuf, der auf Hochzeiten gerufen wird.)
Bis gegen 12:00 Uhr hielten sie uns unter Beschuss von Gasbomben und
Tränengasbomben. Sie warfen auf uns an die 700-1000 Bomben. Wir hingegen
hatten nichts in der Hand. Unsere beste Antwort auf ihre Angriffe waren
unsere Parolen und unsere Marschlieder. Das war für sie eine grosse Schande.
Sie setzten ihren Bombenbeschuss und Gewehrbeschuss von den Dächern und den
Fenstern fort. Sie eröffneten auf den Dächern 10 Löcher. Von diesen Löchern
warfen sie immer wieder Bomben und richteten Schockangriffe gegen uns. Je
mehr wir unsere Parolen und Marschlieder riefen, um so mehr Bomben warfen
sie auf uns runter. Die Bomben fielen teilweise direkt auf uns zu und
verbrannten uns. Während wir bemüht waren, diese Brände zu löschen, atmeten
wir immer wieder Gas ein. Die Einheiten hängten Seiltreppen in unsere Zelle
runter, um zu uns gelangen, was wir aber verhinderten. Von den Dächern
warfen sie immer wieder Platzbomben und schossen weiterhin auf uns. Da ich
eine Todesfasten-Kämpferin bin, versuchten die Freunde, mich zu beschützen.
Durch die Wirkung des Nervengases konnten viele von uns nicht mehr atmen,
viele verloren ihr Bewusstsein. Die Gemeinschaftszelle fing Feuer.
Diejenigen von uns, die noch bei Bewusstsein waren, riefen weiterhin
Parolen und Marschlieder. Der Brand weitete sich in der Zelle weiter aus.
Daraufhin liefen wir alle ganz schnell zur Tür. Wir mussten hier raus. Die
Tür öffnete sich nicht. Alles stand unter Rauch und Flammen in der Zelle.
Während wir zur Tür liefen, fielen einige von uns wegen der Wirkung des
Gases kurz vor der Tür auf den Boden. Auch ich fiel auf den Boden. Einige
andere Freundinnen fielen auf mich. Ich konnte nicht atmen. Wegen dem Brand
war es sehr heiss drinnen. Eine Weile konnte ich meine Atmung wieder ordnen
und schaffte es mit grosser Mühe auf die Beine zu kommen. Ich konnte noch
einige Schritte machen. Danach warf mich eine Genossin schnell zur Tür. Vor
lauter Rauch konnte man nichts mehr sehen. Ich weiss noch, dass mich jemand
blitzschnell zur Tür geschubst hat. Die Türschwelle war höllisch heiss. Vor
lauter Rauch konnte man nichts sehen. Von beiden Seiten kam das Feuer auf
uns zu. Ich weiss noch, dass mich jemand hinausgeschubst hatte und ich auf
diese Weise dort rauskam. Ein Luftstoss erfrischte mein Gesicht. Ich gab mir
Mühe zu atmen. Als wir die Treppen mit Mühe heruntergingen, hielten mich
meine Beine nicht mehr. Viele meiner Genossinnen waren in der gleichen
Situation. Mit der Einwirkung des Tränengases standen wir alle unter einem
Schock. Wir konnten einiges nicht mehr wahrnehmen. Als ich eine Etage
tiefer runterkam, übergossen sich viele mit Wasser. Vielen von uns waren
die Haare, die Hände, die Rücken angebrannt. Eine Genossin rief: "oben gibt
es noch einige, die dort verbrennen, die es nicht schaffen, sich von den
Flammen zu retten." Daraufhin liefen viele von uns ganz schnell zur Treppe.
Ich konnte sehen, dass Ebru Dincer auf der Treppe sass. Sie war fast überall
verbrannt. Sie konnte kaum reden. Ihre Hände, ihr Gesicht, ihre Haare und
ein grosser Teil ihres Körpers war verbrannt. Danach wurden unsere
Genossinnen Hacer Arikan, Birsen Kars, Gülizar Kesici mit grösster Mühe von
den Flammen gerettet. Drinnen befanden sich immer noch einige unserer
Genossinnen. Gülser Tuzcu fing bereits an der Türschwelle an, zu brennen.
Unsere Genossinnen versuchten, sie dort herauszuholen, aber sie schafften
es nicht. Jeder lief von einem Ort zum anderen. Zuletzt liefen zwei
Genossinnen noch einmal in die Zelle, um zu schauen, ob dort noch jemand
war. Als sie zurückkamen und niemanden fanden, standen auch ihre Hände,
Gesichter und Haare unter Brand. Unten angekommen, bemerkten wir, dass
Nilüfer, Seyhan, Sefinur, und Gülseren ÷ztürk von der 1. Gruppe der
Todesfastenden nicht da waren. Sie waren im brennenden Raum geblieben.
Während unsere Genossinnen unter den Flammen verbrannten, nahmen die Mörder
ihr Werk auf Videokameras auf und sahen dem mit grosser Freude zu. In den
Händen hielten sie Feuerlöschschläuche, die sie aber nicht einsetzten. Nach
einer Weile gingen wir vom unteren Raum hinüber zum Belüftungshof. Hier
fingen wir an, unsere Volkstänze zu tanzen. Dies war die beste Antwort, die
wir ihnen geben konnten; "Ihr habt uns nicht festnehmen können. Die
Niederlage ist Eure Niederlage". Nachdem unser Tanz beendet war, gingen wir
über in den unteren Raum vom Block C-2. In dieser Zeit versuchten die
Mörder die Eisentür zu sägen und hineinzudringen. Sie warfen erneut
Gasbomben, riefen Beschimpfungen auf uns und forderten uns auf "ergebt
Euch". Wir versuchten, Wasser auf unsere verbrannten Freundinnen zu giessen.
Als die Wirkung der Gasbomben unerträglich wurde, wechselten wir den Raum
und liefen zum Belüftungshof. Diesmal warfen sie auf den Belüftungshof
Bomben. Sie warfen die Bomben gezielt auf uns ein. Nachdem dies eine Weile
so weiterging, fingen sie nun an, mit Wasserschläuchen der Feuerwehrwagen
auf uns Wasser zu spritzen. Wir alle waren bemüht, den Angriffen zu
entkommen, und uns immer wieder zu verstecken. Die verbrannten Freundinnen
nahmen wir in unsere Mitte und beschützten sie. Aber unter den harten
Wasserspritzern konnten wir uns nicht beschützen. Eine Gruppe unserer
Freundinnen, nahmen die verwundeten Freundinnen und brachten sie erneut in
die untere Gemeinschaftszelle. Auch dort warfen sie Bomben ein. Während
dessen, hatten sie es geschafft, die Eisentür zu sägen. Die Mörder traten
einzeln ein. Es war mittlerweile ca. 2:00 Uhr. Während unsere verwundeten
Freundinnen versuchten, aus der Zelle rauszukommen, richteten die Mördern
ihre Gewehre auf sie und schossen auf sie ein. Unsere Freundinnen
erreichten mit grösster Mühe den Belüftungshof und kamen zu uns, wo wir alle
unter Beschuss der Wasserwerfer standen. In der Mitte des Belüftungshofes
versammelten wir uns und hakten uns aneinander ein. Die Mörder drangen
zuerst in die Gemeinschaftszellen ein und richteten von den Fenstern dort
ihre Gewehre auf uns. Einige von ihnen standen uns gegenüber, trauten sich
aber nicht in unsere Nähe. Sie zeigten auf uns mit dem Zeigefinger und
riefen "kommt alle einzeln, ergebt Euch". Wir antworteten, dass wir uns
nicht ergeben werden und dass sie, falls sie es so sehr wollen, selbst
kommen und uns holen sollten. Sie konnten nicht zu uns kommen. Wir riefen
andauern "ihr habt unsere Freundinnen bei lebendigen Leibe verbrannt. Ihr
werdet dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Ihr werdet gegenüber dem Volk
zur Rechenschaft gezogen werden." Langsam fingen sie an, sich uns zu
nähern. Sie versuchten uns einzeln auseinander zu reissen. Sie zerrten uns
mit Gewalt am Boden entlang und verschleppten uns in die Korridore. Von
dort aus verbrachten sie uns unter Schlägen auf einen grossen Saal. Der
Widerstand unserer männlichen Genossen ging noch weiter. Später brachten
sie uns einzeln in die Krankenhäuser. Da wir uns hier am Krankenhauseingang
wehrten, uns körperlich durchsuchen zu lassen, wurden wir auch hier
geschlagen. Mich und die andere Genossin Suna ÷kmen, die ebenfalls im
Todesfasten war, fragten sie, ob wir die medizinische Behandlung
akzeptieren würden. Wir antworteten "Nein, wir setzen unser Todesfasten
fort." Danach brachten sie uns erneut in den grossen Saal. Eine Weile später
verbrachten sie uns mit 14 Gefangenen in einen Gefangenenbus und liessen uns
dort stundenlang mit nassen Kleidern warten. Wir froren alle. Wir konnten
unsere Notbedürfnisse (Toilette und Wasser) nicht verrichten. Sie sagten,
wir sollen dies auf der Stelle tun. Nachdem wir in dieser Weise stundenlang
gewartet hatten, brachten sie uns ins Gefängnis von Bakirksy. Während dies
alles passierte, nahmen sie alles auf ihre Videokameras auf.
Filiz Gencer:
Am Dienstag, den 19. Dezember harte ich gegen 05:00 Uhr Laufschritte auf
den Dächern, die uns anzeigten, dass eine Operation bevorstand. In dieser
Zeit hielt ich Wache in dem Gemeinschaftsraum. Auf dem Korridor sprach ich
zuletzt mit Birol. Ich wollte die Nachricht von der Operation überbringen
und ging in den Raum. Birol sagte, dass wir etwas warten sollten, es könne
sein, dass wir uns irren. Genau in diesem Augenblick hörten wir Geräusche
von der vorderen Tür. Ich glaube auch Birol lief in den Gemeinschaftsraum.
Mit unserer Warnung, standen alle Freundinnen auf einmal auf und fingen mit
den Vorbereitungen an. Wir hatten das Team für die 1. Barrikade
zusammengerufen und haben die untere Barrikade aufgestellt. In diesem
Zeitpunkt fingen auch die anderen Organisationen aus den anderen Räumen an,
ihre Barrikaden zu errichten. Aus dem Raum der PKK¥ler hörten wir, wie auf
die Wände geschlagen wurde. Wir dachten, sie würden die Wände einschlagen.
In der gleichen Weise wurde auf die Tür des oberen Korridors geschlagen.
Wir sahen, wie sie die Schiessscharten sprengten und auf jeder Scharte ihre
Maschinengewehre positionierten. Das Team auf dem Dach stand nicht genau
uns gegenüber, sondern dem Nachbarraum gegenüber. Sie warfen Bomben. Sie
schossen auch mit den Maschinengewehren in die Räume. Daraufhin platzierten
wir uns unter den Fenstern. Wir riefen die Todesfasten-Kämpfer zusammen und
versuchten, sie an einem sicheren Ort zu halten. Mit nassen Handtüchern und
ähnlichem versuchten wir uns von den Gasbomben zu schützen. Aber mit der
ersten Bombe war uns beinahe der Atem weggeblieben, einige mussten sich
übergeben. Wir liefen alle zu den Fenstern und schlugen die Fenster ein.
Mit der Zeit verloren wir unsere Immunität gegenüber den Bomben, die
reingeworfen wurden oder es kam mir so vor. Diese Bomben verbreiteten im
Raum einen gelben Gas. Wir warfen alle Bomben, die wir in die Hand bekamen,
hinaus. Darunter gab es auch Bomben, die nicht eöplodiert waren. Wir
versuchten dem Ort, an dessen Dach Löcher gebohrt wurden, zu entkommen und
uns zu beschützen. Durch Anfeuchtung von Kissen, Bettzeug und alles andere,
was wir finden konnten, versuchten wir die Wirkung der Bomben einzudämmen.
Aus den Dachöffnungen hängten sie Eisenkäfige herunter, in denen sie die
Bomben platziert hatten und liessen sie auf diese Weise explodieren. Das
müssen sie wohl so gemacht haben, damit wir die Bomben nicht erneut
hinauswerfen können. Aber gleichzeitig öffneten sie auf der einen Seite die
Scharte der Räume und schossen auf der anderen Seite immer noch von den
Dächern herunter. Ich kann mich nicht mehr an die Zahl der eingeworfenen
Bomben erinnern, aber jede Bombe, die wir erreichen konnten, warfen wir
wieder hinaus. Einmal wurde eine eigenartige Bombe eingeworfen. Ich glaube,
sie hatte eine blaue Farbe. Es war eine lange Bombe. Die Wirkung dieser
Bombe einzudämmen, war nicht möglich. Die Atmung wurde dadurch angehalten,
man krampfte sich zusammen und dann schmerzten die inneren Organe so, als
würden sie zerplatzen. Diese Bombe hatte uns alle ohnmächtig gemacht.
Danach standen wir wieder auf. Da sie wussten, dass wir uns vor den
Fenstern versammelt hatten, bohrten sie, wenn ich mich recht erinnere in
diesem Bereich der Dächer 7-8 Löcher. Währenddessen riefen sie immer wieder
Beschimpfungen und provozierende Sachen herunter. Wir machten unsere
Erklärung und sagten ihnen, dass wir uns alle verbrennen würden, falls sie
hereinkommen würden. Diese Erklärung machte Suna. Ihre Antworten darauf
waren ungeniert, respektlos, als würden sie sich über uns lustig machen.
"Na kommt, verbrennt Euch doch" usw. Wir riefen Parolen. Sie hielten uns
erneut unter Bombenbeschuss. Es wurde wieder eine von den schockierenden
Bomben eingeworfen. Diesmal war die Wirkung der Bombe so, als würde man
dadurch verrückt werden. Ich fiel auf den Boden. Als ich meinen Kopf zur
Seite drehte, sah ich, wie eine Freundin sich an den Haaren riss und
schrie. Aus dem Raum kamen schreie "wir sterben". Wir riefen "wir sterben
für unser Volk". Sie warfen erneut eine Gasbombe, die einen gelben Nebel
verbreitete und noch weitere Bomben. Die hinteren Etagenbetten fingen an,
zu brennen. Von den Scharten warfen sie Feuer herein. Nilüfer, Seyhan und
÷zlem waren unter den Bewusstlosen. Ich hob Seyhan hoch. Sie kam wieder zu
sich. Ich sagte ihnen, dass sie nach vorne gehen sollten und die Tür öffnen
sollten, dass wir den Raum verlassen müssten. Einige gingen zur Tür. Sie
konnten die Tür nicht öffnen. Ich ging ebenfalls zu ihnen und trat gegen
die Tür. Wir konnten die Tür nur einen Spalt breit öffnen. Überall war es
sehr heiss. Selbst durch Anfassung von irgendetwas konnte man sich
verbrennen. Dann kamen von oben Stimmen. Sie riefen "sie brennen, sie
brennen". Gülizar und Birsen kamen die Treppen runter. Ihre Köpfe brannten.
Wir brachten sie zum Wasserhahn und hielten ihren Kopf unter Wasser. Später
öffneten wir die Tür zum Belüftungshof. Wir brachten die Freundinnen raus.
Draussen auf dem Hof sahen wir, dass Hacer auf den Boden gelegt wurde, und
die Freundinnen Wasser über sie gossen. Sie war beinahe bis zur Hüfte
verbrannt. Die obere Etage stand vollkommen unter Flammen. Es war kaum
möglich zum Anfang der Treppe zu gelangen. Viele unserer Freundinnen
brannten an verschiedenen Stellen. Vor allem die Köpfe waren verbrannt. Der
Grund hierfür war, dass aus den Scharten vor der Tür nach innen Feuer
geworfen wurde. Viele von uns fingen in der Nähe der Tür Feuer und
brannten. Wieder andere verloren durch den Rauch das Bewusstsein, fielen zu
Boden und versperrten die Tür. Von den gegenüberliegenden Zellen sahen sie,
wie Sefinur ihre Finger zum Siegeszeichen spreizte. Seyhan hätte aus dem
Fenster gewunken. Nilüfer und ÷zlem sowie Gülseren müssen wohl das
Bewusstsein verloren haben. Wir gingen hinaus in den Belüftungshof. Mit
Hilfe der Freunde konnte ich mich an die Hofwand anlehnen. Von oben
beobachteten sie uns immer noch und riefen immer wieder "ergebt Euch".
Daraufhin riefen wir Parolen "die Gefallenen der Revolution sind
unsterblich" und tanzten unsere Volkstänze. Sie warfen erneut Bomben auf
uns ein. Die verwundeten Freunde brachten wir hinein in die gegenüber
liegenden Gemeinschaftszellen. Von der Tür riefen sie uns erneut zu "ergebt
Euch. Schaut Eure männlichen Freunde haben sich bereits auch ergeben. Wenn
Ihr wollt, könnt ihr sie Euch selbst anhören." Es war wohl Muharrem von den
anderen Gruppen. Er sagte, dass die Gemeinschaftszellen verbrannt wären und
dass sie daher die Zelle geräumt hätten, dass sie sich aber nicht "ergeben"
hätten. Daraufhin riefen sie erneut "ergebt Euch, wir werden Euch nichts
antun" etc. Wir akzeptierten das nicht. Sie fingen an, die Tür zu sägen.
Gleichzeitig warfen sie immer noch Bomben auf uns ein. Wir gingen wieder
zum Hof hinaus. Der Bombenbeschuss ging weiter. Dann spritzten sie mit
Wasserwerfen Wasser auf uns. Dann wieder Bomben, dann wieder Wasser.
Mindestens zwei Stunden lang dauerte diese Vorgehensweise an. Wir hakten
uns aneinander an. Sie riefen weiterhin, dass wir uns ergeben sollten. Wir
sagten "nein" und riefen unsere Parolen. Wir sagten ihnen, dass wir für
unsere massakrierten Freunde sie zur Rechenschaft ziehen werden. Ich glaube
in dieser Zeit wurden wir auch gefilmt. Da meine Augen schlecht sehen
können, konnte ich diese Details nicht mitbekommen. Eine Weile drehte ich
meinen Kopf zur Seite und sah, dass unser Raum vollkommen schwarz war.
Alles war verbrannt, von innen drang Rauch hinaus. Die Soldaten machten mal
einen Schritt nach vorn, mal einen Schritt zurück und sagten, dass wir alle
einzeln kommen sollten. Wir akzeptierten das nicht. Wir fingen an, alle
gemeinsam zu gehen. Diesmal rissen sie uns gewaltsam auseinander und holten
uns eine nach der anderen gewaltsam hinaus. Der Soldat, der mich
hinauszerrte, schleifte mich einerseits am Boden entlang, auf der anderen
Seite sagte er irgend etwas mit weinerlicher Stimme. Ich habe es nicht
genau verstanden, aber ich glaube er sagte "ihr lasst uns diesen Hunden
gegenüber reden". Als er mich ablieferte, sagte er "lass Dich behandeln,
der Prophet Ali möge mit Dir sein". Sie brachten uns alle in die
Soldatenstuben. Wir waren wieder umzingelt von Soldaten. Als wir ihnen ihr
Massaker, und ihre grauenvollen Taten erzählten, antworteten sie "wir haben
das nicht gemacht, ihr habt Euch selber verbrannt". Ins Krankenhaus wurden
wir mit den Krankenwagen transportiert. Diejenigen, die uns hier
ablieferten, sagten uns "und morgen fahren wir wieder hin und sammeln Eure
Arme, Beine usw. auf".
Suna Ökmen:
(Von der 1. Gruppe der Todesfastenden; immer noch im Todesfasten)
Am 19. Dezember wurden wir gegen 05:00 Uhr mit dem Lärm, der von den
Dächern kam, vom Schlaf gerissen. Auf der einen Seite wurden die Scharte
gesägt und gerissen, auf der anderen Seite kamen Geräusche von
Bombenexplosionen. 27 Menschen, die noch im Halbschlaf waren, standen noch
bevor sie richtig die Augen öffnen konnten, unter schwerem Angriff von
Lärm- und Nebelbomben. Um zu verhindern, dass wir zu den Fenstern laufen
konnten, damit wir dort etwas Luft atmen konnten, schossen sie immer wieder
in den Raum ein. Um einigermassen atmen zu können, zerschlugen wir die
Fensterscheiben und öffneten alle Fenster. Kurze Zeit später fingen sie an,
das Dach über den Fenstern zu öffnen. Sie riefen zu uns Beschimpfungen
hinunter und warfen gleichzeitig mehrere Gasbomben auf uns ein. Das Dach
war völlig durchlöchert. Die Scharte waren gesprengt und geöffnet worden.
Auf den gegenüberliegenden Scharten der Räume platzierten sie
Scharfschützen. Von den geöffneten Dächern wurden mit Geräten jede Menge
Gasbomben eingeworfen. Von den Bomben mit der Marke MKE verhinderten einige
die Atmung, andere wirkten auf das Nervensystem ein und bewirkten, dass wir
unsere Körperhaltung nicht mehr unter Kontrolle hatten. Dann stoppten sie
für zwei Minuten die Bombenangriffe und riefen von den Dächeröffnungen
dauernd provokative Sätze zu uns runter. Sie sagten "wir werden Euch alle
töten" und "Euer Widerstand hat keinen Sinn, ergebt Euch alle, eine nach
der anderen, wenn Ihr Euch nicht ergebt, werden wir Euch töten". Wir hatten
nichts in der Hand, womit wir uns verteidigen könnten. Je mehr die Zeit
voranschritt, desto mehr nahmen die Angriffe zu. Sie kamen einzig und
allein, um uns zu massakrieren. In der Morgendämmerung, als der Tag anfing,
nahmen die Angriffe an Intensität zu. Sie versuchten, von den Dächern auf
den Belüftungshof mit Seilen herunterzukommen. Dann liessen sie doch davon
ab. Statt dessen vermehrten sie ihre Angriffe mit Tränengasbomben und
anderen Gasbomben und griffen 5-6 mal intensiv an. Da ich im Todesfasten
bin, beschützten mich meine Freundinnen. Unsere Freundinnen gaben uns, die
im Todesfasten waren, alles an angefeuchteten Tüchern, Kleidern etc., damit
wir uns von der Wirkung des Gases beschützen konnten. Aus diesem Grunde
konnten sie sich selbst nicht mehr schützen und viele verloren ihr
Bewusstsein. Ich sah mit eigenen Augen, wie sie verzweifelt mit dem Gas
kämpften. Auf der einen Seite beobachteten uns die Soldaten mit Ferngläsern
und filmten uns auf Videokameras, auf der anderen Seite sagten sie den
anderen, wo wir uns gerade befinden. Auf dem Dach war nun fast alles
durchlöchert. Wohin wir auch liefen, öffneten sie immer dort ein Loch auf
dem Dach und warfen von dort Gasbomben auf uns runter. Wir versammelten uns
alle vor den Fenstern. Aber auch hierhin warfen sie Platzbomben runter und
nahmen uns unter Beschuss. Mit jeweils einer Minute Abstand warfen sie
dreimal hintereinander schockierende Gasbomben auf uns ein. Wir haben noch
einmal gemerkt, dass sie uns massakrieren wollten. Von den Todesfastenden
sagte ich, Gülseren Yazgül ÷ztürk und Ayla ÷zcan, dass wir uns anzünden
würden, falls sie in die Räume hineindringen würden. Wir riefen zu ihnen,
dass wir freiwillig und aus eigener Entscheidung heraus, das Todesfasten
angefangen haben, dass uns niemand dazu gezwungen hat, dass wir sie nicht
gerufen haben und sie verschwinden sollten. Daraufhin wurden gegen 11:30 -
12:00 Uhr intensiv Gasbomben und Feuerbomben eingeworfen. Sie fingen an,
die Gemeinschaftszelle zu verbrennen. Das Feuer breitete sich auf einmal im
ganzen Raum aus. Die Betten und alle Sachen, fingen an zu brennen. Die
Menschen konnten vor lauter Gasbomben und Rauch nicht mehr atmen. Drinnen
war es heiss wie ein Ofen. Unsere Haare fingen Feuer. Da wir vor der Tür
Barrikaden errichtet hatten, gelang es uns nicht sofort, durch die Tür
hinauszugehen. Wir stiessen gegen die Tür und öffneten sie. Aber die Flammen
erschwerten uns den Ausgang. Mit Hilfe und Druck unserer Freundinnen, die
noch auf den Beinen stehen konnten, wurden viele von uns aus dem Raum
hinausgezerrt. In den Händen hatten sie Feuerwehrschläuche. Sie hätten das
Feuer löschen können, wenn sie wollten, aber sie sahen nur zu. Wir gingen
hinunter in den Speiseraum. Aber es befanden sich im brennenden Raum immer
noch viele unserer Freundinnen. Wir konnten nur 12 unserer Freundinnen
retten. 6 unserer Freundinnen verbrannten oder starben an der
Rauchvergiftung. Die Soldaten und die Jandarmen sahen diesem Geschehen
unter Gelächtern zu. Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass unsere
Freundinnen bereits tot waren, spritzten sie zum Schein Wasser in den Raum
hinein. Während wir bemüht waren, unsere verwundeten Freundinnen zu
verpflegen, warfen sie nun auf den Raum, wo wir uns befanden, Bomben ein.
Mit unseren verwundeten Freundinnen zusammen gingen wir in den
Belüftungsraum hinüber. Von den Scharten und von den Dächern richteten sie
ihre Gewehre auf uns und lachten uns aus. Wir antworteten dem mit unserem
Tanz und riefen alle ihnen zu "ihr habt unsere 6 Freundinnen verbrannt,
nun erschiesst auch uns alle". Als ich mich umdrehte und zur Tür der
Gemeinschaftszelle sah, sah ich, dass alles schwarz war vor Rauch und sich
die Eisengitter nach aussen hin gewölbt hatten. Unsere Freundinnen aus der
gegenüberliegenden Gemeinschaftszelle waren nun auch in den Hof gekommen.
Um unsere Verwundeten zu verpflegen, gingen wir in das Büro des
Gefängniswärters. Von der Korridortür provozierten sie uns immer wieder und
riefen uns zu, uns zu ergeben. Sie fingen an, die Tür zu sägen und warfen
erneut Gasbomben auf uns ein. Wir mussten wieder in den Belüftungshof
gehen. Von beiden Seiten wurde auf uns mit Feuerwehrschläuchen Wasser
gespritzt. Dies dauerte etwa zwei Stunden. Die Haut unserer angebrannten
Freundinnen blätterte vollkommen ab. Obwohl sie nichts anhatten, wurde auf
ihre verbrannten Stellen mit Wasser gespritzt. Sie riefen immer noch
"ergebt Euch". Als wir sagten, dass wir uns nicht ergeben würden, warfen
sie erneut Gasbomben und Tränengasbomben auf uns ein. Wir standen alle in
einer offenen Fläche. Die Bomben explodierten vor unseren Füssen und auf
unseren Rücken. Wir hatten nichts, womit wir uns beschützen konnten. Wir
nahmen unsere verwundeten Freundinnen in unsere Mitte und versuchten, sie
auf diese Weise vor den Wasserwerfern und den Gasbomben zu beschützen, aber
es hatte keinen Sinn. Unsere Freundinnen verloren langsam das Bewusstsein.
Ich finde keine Worte, um die Greueltaten zu beschreiben. Einige unserer
Freunde nahmen die Verwundeten und gingen erneut in die Gemeinschaftszelle
hinein. Auf sie wurde auch hier mit Gasbomben geworfen. Wir standen in der
Ecke des Belüftungshofes. Sie fingen an, uns durch Beschiessen zu
provozieren. Langsam drangen sie in die Gemeinschaftsräume ein. Unsere
Freundinnen, die in die Gemeinschaftszellen reingegangen waren, mussten
wegen der Gasbomben, die dort reingeworfen wurden, wieder von dort heraus
in den Hof gehen. Genau an der Tür zum Hof, wurde auch hier auf sie von den
Soldaten vom Dach aus, mit Steinen und Gasbomben geworfen. Obwohl sie
sahen, dass eine Freundin von uns, in der Gemeinschaftszelle an ihrem Arm
durch die Explosion getroffen und verwundet wurde, warfen sie erneut
Gasbomben auf sie ein. Diese Freundin war Songül Ince. Sie befindet sich im
Moment im Haseki Krankenhaus in Behandlung. Auf eine andere Freundin, die
von den Flammen erfasst wurde und deren Gesicht und Kopf brannte, wurde mit
Steinen auf den Kopf geworfen. Die Soldaten, die versuchten in den Hof zu
gelangen, riefen erneut "werdet Ihr Euch ergeben?". Als wir mit "nein"
antworteten, warfen sie erneut Gasbomben auf uns ein. Die Soldaten drangen
in den Hof und in die Gemeinschaftszellen ein. Sie richteten ihre Gewehre
auf uns und versuchten, mit uns zu verhandeln. Wir sagten, dass wir nicht
mit ihnen verhandeln würden, dass sie Mörder seien, dass sie die Menschen
bei lebendigem Leibe verbrannt hätten und dass wir den Mördern nicht unsere
Verwundeten übergeben würden. Als sie sagten, dass sie uns einzeln
rausnehmen würden, sagten wir, dass sie uns dann erschiessen sollen. Sie
hatten uns umzingelt und griffen uns an. Sie versuchten, uns auseinander zu
reissen. Sie brachten uns in einen anderen Bereich des Gefängnisses. Unter
Schlägen und Tritten und unter Beschimpfungen zerrten sie uns in den
Speisesaal der Soldaten. Die Angriffe gingen auch in den Krankenhäusern
weiter. Wir wurden in das Bakirkssy Gefängnis für Frauen und Jugendliche
gebracht und in die Isolationszellen geworfen. Nun stehen wir hier in den
Isolationszellen, abgeschnitten von jeglichen Rechten. Mein Todesfasten
geht weiter. Auch die anderen Freundinnen, die hier in den Isolationszellen
gehalten werden, haben mit dem Todesfasten angefangen.
Nursel Demirdögücü:
Gegen 05:00 Uhr wachte ich aufgrund eines grossen Lärms und dem Aufruf
unserer Freundin, die meldete, dass es eine Operation gibt, und dass die
Soldaten eingedrungen seien, auf. Wir zogen uns alle ganz schnell an. Als
ich aus dem Fenster schaute, sah ich vor den Scharten des Belüftungshofes
und den Dächern, dass dort vermummte und mit Maschinengewehren bewaffnete
Spezialeinheiten postiert waren. Wir konnten gerade noch von der Küche
unten einige Behälter Wasser reinholen. Die Scharte der Gemeinschaftszellen
wurden gesägt und auf den Dächern Löcher gebohrt. Mit dem Einwurf von
Gasbomben von den Dächern und den Korridortüren riefen sie zu uns, "ergebt
Euch". Wir konnten nur zwei Schränke vor die Tür als Barrikade aufstellen.
Die Scharte wurden geöffnet, Löcher in das Dach gebohrt. Von dort aus
warfen sie intensiv mit Gasbomben. Mit den angefeuchteten Tüchern
versuchten wir, uns zu schützen. Vor allem die Todesfastenden Kämpferinnen
Gülseren Yazgül Güder, Suna ÷kmen und Ayla ÷zcan brachten wir in eine Ecke,
die von Betten umgeben war und hüllten sie in nasse Decken ein, um sie zu
beschützen. Allerdings warfen sie sowohl vom Dach, als auch von den
Schiessscharten und dem Hof her immer wieder verschiedene Bomben und hielten
uns unter Beschuss von Maschinengewehren. Als wir die Todesfastenden nicht
mehr beschützen konnten, verbrachten wir sie vor die Fenster, deren
Scheiben wir eingeschlagen hatten. Ich, Nursel Demirdögdü, Seyhan Dogan,
Mine Demirel, Sefinur Tezgel und ÷zlem Ercan versuchten, alle eingeworfenen
Gasbomben aufzusammeln und aus den eingeschlagenen Fenstern wieder hinaus
zu werfen. Da sie dies gesehen hatten, warfen sie erneut Platzbomben, 4-5
verschiedene Lärmbomben, 4-5 verschiedene Gasbomben ein. Vor allem
Tränengasbomben warfen sie in bestimmten Abständen auf uns ein. Wir alle
konnten nicht mehr atmen, wir krampften zusammen, wir rannten umher, wir
waren teilweise wie gelähmt. Viele unserer Freundinnen wurden bewusstlos.
Indem sie dauernd Gasbomben auf uns einwarfen, versuchten sie, unseren
Widerstand zu brechen. Auf ihren Aufruf, uns zu ergeben, antworteten wir,
dass wir uns niemals ergeben würden und riefen Parolen "Tod, sei uns
willkommen". Ich stand mehrmals auf und rief zu ihnen, "ich bin hier, Ihr
könnt nur meine Leiche, meinen toten Körper gefangen nehmen. Wenn Ihr Mut
habt, schlagt ein, tötet uns. Wir haben den Tod schon längst in Kauf
genommen." Viele Freundinnen antworteten ihnen in ähnlicher Weise.
Daraufhin sagten sie "Das Leben ist schön, warum ergebt Ihr Euch nicht?"
Ich und meine Freundinnen antworteten ihnen in etwa "anstatt ein würdeloses
Leben zu führen, anstatt mit einem Gehirn zu leben, dass an meinen Glauben
und meiner Ehre einen Verrat ausgeübt hat, ziehe ich einen ehrenvollen Tod
tausendmal vor." Daraufhin riefen sie "ihr Schlampen, wir werden Euch alle
einzeln töten. Keine von Euch wird hier lebend rauskommen..." und
ähnliches. Wir antworteten "Ihr Mörder, Ihr Söhne von Manukya (Anm: In der
Türkei die grösste Bordellbesitzerin), Ihr Sklaven Amerikas, wenn ihr Leben
wollt, kriegt Ihr es, wenn Ihr Blut wollt, kriegt Ihr es, aber uns werdet
Ihr niemals gefangen nehmen können. Unser Leib und unser Wille ist stärker
als alle Eure Waffen. Ihr seid Feiglinge. Ihr seid Dienermörder. Wo sind
Eure Befehlsgeber. Soll doch Ecevit kommen, soll Mesut Yilmaz, soll Devlet
Bahceli und Hikmet Sami Türk kommen. Sie können gar nicht kommen..." Wir
sangen Marschlieder, wir sangen die Lieder "geh den Weg, den Du kennst, was
gibt es schon mehr als den Tod; Der Tag wird hell, wir wachten alle auf;
Kommt, wenn ihr Mut habt; Für uns gibt es keinen Tod und andere Lieder,
soweit wir nur konnten. Wir riefen Parolen "Unsere Kommandaten Mecit und
Ismet Kavaklioglu zeigen uns den Weg". ÷zgül Dede und Seyhan Dogan riefen
"Genossinnen, wir befreien uns". Wir riefen andauernd Tililis (Anm: dies
ist in Anatolien und in Kurdistan ein traditioneller Freuderuf, der meist
auf Hochzeiten von Frauen gerufen wird.) Unter andauerndem Beschuss von
Bomben und Schüssen, hielten wir immer wieder Reden, die unseren Glauben
bestärkten und in denen wir erklärten, dass wir uns niemals ergeben werden.
Wir sangen weiterhin Marschlieder und Parolen. Sie warfen mehrmals
Tränengas. 5-6 mal hatten wir beinahe unser Bewusstsein verloren. Auch die
Tücher, die wir angefeuchtet hatten und vor unser Gesicht hielten, und die
unseren einzigen Schutz bildeten, halfen nichts mehr, sie waren voller Gas.
Von den eingeworfenen Bomben, fingen die Betten Feuer und brannten. Mit
nassen Decken und Kissen, versuchten wir, die Brände zu löschen. Gegen
12:00 bis 13:00 Uhr müssen sie wohl gemerkt haben, dass sie unseren
Widerstand nicht brechen konnten und es nicht schaffen würden, uns
auseinander zu reissen und aus den Räumen herauszuholen. Daraufhin warfen
sie mehrere Tränengasbomben ein. Danach warfen sie mehrere Feuerbomben ein.
Die Betten, die Kleidungen und die Bettstangen fingen an, zu brennen. Als
wir bemerkten, dass wir wegen dem Tränengas und dem Feuer nicht mehr hier
bleiben konnten, zerrte ich den Schrank an der Tür zur Seite. Der Schrank
war höllisch heiss. Wir riefen zu unseren Freundinnen, dass wir in den
Speiseraum gehen müssten. Vor lauter Rauch konnte man kaum etwas sehen. Wir
waren alle fast bewusstlos. Wir versuchten dennoch, den Raum zu verlassen.
Die ganze Gemeinschaftszelle stand unter Flammen. Ich konnte niemanden
sehen. Die Freundinnen konnten gerade noch bis vor die Tür des Raumes
gelangen und fielen bewusstlos aufeinander über. Ich selbst habe Birsen
kar, Gülizar Kesici und zwei weitere Freundinnen, deren Namen mir im Moment
nicht einfallen, von den Flammen weggezerrt. Da sie bewusstlos waren und
auch meine Kraft kaum ausreichte, schleifte ich sie die Treppen herunter,
teilweise stiess ihr Kopf glaube ich an die Treppengeländer. Gülser Tuzcu
war zwischen den zwei Schränken an der Tür festgeklemmt und lag in totem
Zustand reglos da. Sie hatte am Kopf eine Wunde, die von einer Bombe oder
einer Gewehrkugel stammte. Ich versuchte mehrmals, sie dort rauszuholen. Da
sie festklemmte, reichte meine Kraft nicht, um sie rauszuholen. Wir
versuchten es mit mehreren zusammen. Aber auch auf diese Weise gelang es
uns nicht sie rauszuholen. Sie stand ohnehin unter Flammen. Da der ganze
Gemeinschaftsraum von den Flammen erfasst wurde, konnten wir Gülseren
Yazgül Güder, Sefinur Tezgel, Nilüfer Alcan, ÷zlem Ercan und Seyhan nicht
sehen. Wir draussen wussten ohnehin nicht, wer noch drinnen war. Wir riefen
andauernd nach ihnen, aber hörten niemanden. Nachdem wir von den
Schlafräumen in den Speiseraum hinunterkamen, gossen wir erneut Wasser auf
unsere Freundinnen und versuchten sie mit Brandsalben zu verpflegen. Aber
auch hier in den Speisesaal fingen sie an, uns mit Gasbomben, Lärmbomben
und Schüssen zu bombardieren. Wir schlugen die Fenster ein. Da sie
andauernd Tränengasbomben einwarfen, war es auch im Speiseraum nicht mehr
zu ertragen. Wir gingen in den Belüftungshof. Der Bomben- und
Maschinengewehr-Beschuss ging weiter. Wir gingen in den Hof des
Gefängniswärters. Jetzt fingen sie an, diesen Ort zu bombardieren. Diesmal
warfen sie immer mehr Tränengasbomben und andere Gasbomben auf uns ein. Wir
konnten an keinem Ort sicher verbleiben. Wir gingen wieder in den
Belüftungshof. Hier warfen sie von beiden Seiten mit Feuerwehrschläuchen
Wasser auf uns ein. Diejenigen, die die Wasserwerfer nicht auf die
brennenden Zellen richteten, versuchten nun mit Wasserwerfern und Gasbomben
unseren Willen zu brechen. Ich weiss nicht mehr, wie lange dieser Angriff
auf dem Belüftungshof andauerte. Aber auf dem Hof tanzten wir mit dem Lied,
das für Idil (Anm.: eine beim Todesfasten 1996 Gefallene) komponiert wurde,
das Lied Mitralyöz. Wir riefen andauernd, "Tod sei uns willkommen, Ihr
werdet uns niemals festnehmen können, habt Ihr jemals gesehen, dass wir uns
ergeben haben". Wir versuchten, unsere verwundeten Genossinnen zu
beschützen. Jede Freundin, die noch auf den Beinen stehen konnte, rief zu
ihnen "na los, wartet nicht, erschiesst uns. Nur unsere toten Leichen könnt
Ihr gefangen nehmen. Der Gemeinschaftsraum, in dem wir waren (Bayrampasa -
DHKP/C Frauenraum) stand immer noch unter Flammen. Die Fenstergitter
schmolzen. In unserem Speiseraum und in den oberen und unteren Räumen von
Block C-2 hatten sich bewaffnete Spezialeinheiten positioniert. An die 100
bewaffnete Spezialeinheiten drangen mit ihren Schutzschildern in den
Eingang des Hofes ein. Von den Dächern und von den Scharten waren von
überall her die Gewehre auf uns gerichtet. Wir waren umzingelt. Ab und zu
schossen sie auf uns und riefen dauernd "hebt Eure Hände hoch und kommt
alle einzeln und ergebt Euch". Ich weiss nicht mehr, wie lange das dauerte.
Zuletzt waren wir alle arm in arm eingehakt und standen am Eingang des
Hofes. Hier griffen sie uns erneut an und rissen uns auseinander und nahmen
uns einzeln heraus. Sie zerrten uns am Boden, schlugen uns und gaben
provozierende Sachen von sich. In dieser Weise brachten sie uns in den
Speiseraum der Soldaten. Wir riefen weiterhin unsere Parolen "die
revolutionären Gefangenen werdet ihr niemals festnehmen können, wir gehen
nicht in die Einzelzellen". Im Speiseraum wollten sie uns zwingen uns mit
dem Gesicht zur Wand in einer Reihe aufzustellen. Als wir uns weigerten,
schlugen sie erneut auf uns ein. Erneut versuchten sie uns auseinander zu
reissen. Aber wir kamen ihren Wünschen nicht entgegen. Wir sagten ihnen "in
unseren Räumen, habt ihr es nicht geschafft, uns zu töten, bitte schön,
tötet uns hier. Wir werden keinem Eurer Befehle nachkommen". Zwei unserer
Freundinnen durchsuchten sie unter Gewalt und brachten sie ins Krankenhaus.
Die durch den brand verwundeten Freundinnen blieben in den Krankenhäusern.
Wir die anderen wurden erneut in den selben Speisesaal gebracht. Auf der
Hin- und Rückfahrt riefen wir im Gefangenenbus unsere Parolen. "Es lebe
unser Bayrampasa-Widerstand, Es lebe unser Todesfasten, Helden sterben
nicht, Völker können nicht besiegt werden" Ausserdem riefen wir "Die
Genossinnen Gülseren, Nilüfer, Seyhan, ÷zlem, Gülser, Sefinur sind
unsterblich" Nachdem wir von den Krankenhäusern zurückgebracht wurden,
wurden wir in die Gefängnisbusse gebracht, wo die Papierarbeiten erledigt
wurden. Wir waren völlig nass. Sie liessen uns in diesem Zustand in den
Bussen warten, bis der Widerstand unserer männlichen Genossen, bzw. ihre
Operation beendet war. Sie brachten uns anschliessend in das Bakirköy
Gefängnis für Frauen und Jugendliche. Sie nahmen uns immer wieder auf
Videokameras auf. Wir riefen "filmt nur, filmt Eure Massaker". Daraufhin
griffen sie uns an. Sie fingen mit den Erfassungsarbeiten an und zwangen
uns, unsere Schuhe durchsuchen zu lassen. Da ich mich wehrte, zerrten mich
die Soldaten in den Gefängnisbus und zogen mir unter Schlägen die Schuhe
aus. Sie übergaben sie dem Wächter. Sie warfen uns alle einzeln in die
Einzelzellen. Ich sagte, "wir haben soviel Opfer erbracht, um nicht in
diese Isolationszellen reinzugehen, ich gehe dort nicht hinein, ich sterbe
lieber, als dass ich dort hineingehe, ich werde in der Nähe meiner Freunde
sein." Ich sagte auch "falls Ihr uns in die Zellen wirft, werde ich und
alle meine Freundinnen auch, kein Wasser und Zucker mehr zu uns nehmen."
Wir diskutierten. Danach holten sie uns alle von den Isolationszellen
heraus und verbrachten uns jeweils zu zweit in einer Isolationszelle.
Unsere erste Nacht verlief in dieser Weise. Morgens kam dann der
Gefängnisdirektor. Wir erklärten ihm, dass wir mit der Unterbringung nicht
einverstanden sind, dass die Türen geöffnet bleiben müssen und andere
Forderungen. Der Direktor erklärte, dass wir zu zweit untergebracht würden,
dass die Türen geschlossen bleiben würde, dass Familienbesuche nur einzeln
stattfinden würden und auch Anwaltsbesuche jeweils einzeln stattfinden
würden. Dies sind alles Massnahmen und Praktiken von Isolationszellen. Wir
sind im Todesfasten. Es gibt Freundinnen von uns, die sich im 60. Tag ihres
Todesfastens befinden. Wenn sie auf diesen Massnahmen beharren, werden wir
auch kein Wasser und Zucker mehr zu uns nehmen. Sie haben 6 unserer
Genossinnen verbrannt und massakriert. In diesem Moment gibt es in allen
Gefängnissen ein Massaker. Wir erklärten, dass wir Opfer erbracht haben, um
nicht in die Isolationszellen hineinzugehen und dass wir bereit sind, wenn
nötig noch mehr Opfer zu erbringen. Der Direktor ging hinaus, abends kam er
wieder. Er erklärte, dass die Zellentüren offen bleiben könnten und dass
wir alle gemeinsam in den Belüftungshof gehen könnten. Er erklärte auch,
dass wir Familien- und Anwaltsbesuche je nach Bedarf, falls erforderlich
auch zu zweit empfangen könnten. Wir erklärten, dass Ansprechpartner
unserer restlichen Forderungen der Staat und der Justizminister sei und
dass wir 9 Gefangenen der DHKP/C im Todesfasten seien.
Im Moment wird uns bewusst kein Fernsehgerät übergeben. Das Radio, dass uns
unsere Familie geschickt hat, wurde uns nicht ausgehändigt. Wir erklären
hiermit der ganzen ÷ffentlichkeit gegenüber, dass unser Todesfasten durch
keine Kraft auf der Welt aufgehalten wird und keine Kraft der Welt uns zur
medizinischen Behandlung zwingen wird, dass wir unser Todesfasten so lange
weiterführen werden, bis die Isolationszellen aufgehoben und die
Verantwortlichen des Massakers zur Rechenschaft gezogen wurden und Bericht
über den Verbleib all unserer Genossinnen und Genossen vorgelegt wurde. Ich
Nursel Demirdögöcü, als Beteiligte am Todesfasten von 1996 erkläre noch
einmal, dass ich mein Todesfasten mit der gleichen Entschlossenheit wie
1996 so lange fortsetzen werde, bis die oben genannten Forderungen erfüllt
wurden und dass ich den Tod als meine Ehre und Würde erwarten werde. Genau
wie meine gefallene Genossinnen und Genossen werde auch ich den Tod mit
einem Lächeln empfangen.
Hamide Öztürk
Am Morgen des 19. Dezember fingen sie gegen 05:00 Uhr an die Wände des
Sagmalcilar Gefängnisses zu durchbohren. Als sie sahen, dass wir durch den
Lärm aufgestanden waren, fingen sie an, auf uns zu schiessen. Danach warfen
sie auf uns unzählige Lärm- Tränengas- Nervengas- Pepperonigas- und andere
Bomben auf uns ein. Wir antworteten darauf immer wieder mit unseren Parolen
und unseren Tililis. Sie riefen zu uns "ergebt Euch, sonst werden wir Euch
alle töten". Als das Gefecht anfing, befanden wir uns im Schlafraum. Sie
bohrten Löcher in das Dach. Von den Löchern auf dem Dach, von den Scharten,
von den Dächern und von den Scharten an den Korridoren und den Scharten zum
Hof schossen sie immer wieder auf uns ein. Sie warfen Bomben mit den
Waffen. Nachdem sie Löcher in das Dach gebohrt hatten, bohrten sie immer
gerade an der Stelle, wo wir uns gerade befanden und warfen von dort immer
wieder Bomben auf uns ein. Vor allem das Dach über den von den Etagenbetten
freien Plätzen wurde durchbohrt. Die Bomben platzten vor unseren Füssen, auf
unseren Rücken und auf unseren Köpfen. Wir hielten unsere Gesichter mit
nassen Handtüchern bedeckt und versuchten uns gegenseitig zu beschützen.
Wir versuchten vor allem unsere Freundinnen, die im Todesfasten waren, zu
beschützen. Aber egal auf welche Seite wir gingen, warfen sie Bomben auf
uns ein und trafen uns damit. Dies dauerte etwa bis 12:00 oder 12:30 Uhr
an. Zuletzt warfen sie, nachdem sie jede Menge Gasbomben geworfen hatten,
Feuerbomben ein. Wir waren alle ausser uns, viele von uns waren bewusstlos
geworden. Gleichzeitig trieben uns die Freundinnen, die sich von den
Flammen retten konnten und die noch bei Bewusstsein waren, zur Tür hinaus.
Diejenigen, die es schafften herauszukommen, gingen wieder rein, um die
anderen Freundinnen zu holen. Als wir zuletzt rausgingen, konnte man vor
lauter Rauch nichts mehr sehen. Gülser stand an der Türschwelle vollkommen
unter Flammen. Gülseren Yazgül Güder, ÷zlem Ercan, Sefinur Tezgel, Seyhan
Dogan, Nilüfer Alcan und Gülser Tuzcu wurden bei lebendigem Leibe von den
Flammen verbrannt. Sie versuchten, uns alle zu verbrennen. Als wir hinunter
gingen, warfen sie diesmal unzählige Bomben auf den Speiseraum. Wir liefen
alle in den Belüftungshof und tanzten dort unseren Volkstanz. Wir riefen
"Kommt, erschiesst uns alle, aber ihr werdet keine von uns gefangen nehmen
können." Die Wirkung der Gasbomben verbreitete sich auf den ganzen Hof. Wir
riefen andauern "Wir werden Euch wegen unserer gefallenen Freunde zur
Rechenschaft ziehen, Ihr habt uns bei lebendigem Leibe verbrannt, Ihr habt
6 unserer Leben verbrannt, kommt und erschiesst uns, aber wir werden uns
nicht ergeben." In dem Belüftungshof dauerte dies bis etwa drei Uhr.
Zuletzt brachen sie die Türen von zwei gegenüber liegenden
Gemeinschaftsräumen auf und drangen dort hinein. Auch von den Dächern
hatten sie uns umzingelt. Von den Dächern filmten sie uns die ganze Zeit
über auf ihren Videokameras. Auch als sie in den Belüftungshof eindrangen,
filmten sie uns auf Videokameras. Wir sagten "filmt nur, filmt nur. So
gratuliert Ihr uns also zum Fest (Anm.: Ramazan-Fest). Geht und erzählt
Euren Frauen und Kindern, dass Ihr Menschenfleisch esst und Menschenblut
trinkt". Danach hatten sie uns ziemlich dicht umzingelt und brutal
angegriffen. Unter Foltern zerrten sie uns die Korridore entlang in einen
Saal, der von Soldaten genutzt wird. Sie brachten uns zu zweit und zu dritt
in das Sagmalcilar Krankenhaus. Von dort brachten sie uns dann in das
Bakirköy Gefängnis. Unsere gefallenen Freundinnen Gülser und Yazgül Güder
befanden sich im 54. Tag ihres Todesfastens. Seyhan versuchte andauernd,
die eingeworfenen Bomben aufzusammeln und hinauszuwerfen, und lief unter
Gewehrbeschuss von einem Ort zum nächsten. Auch Sefinur war in der gleichen
Situation. Ich habe gehört, dass Sefinur zuletzt als sie verbrannte ein
Siegeszeichen machte und aus dem Fenster winkte. Dies erzählten mir
Freundinnen aus den anderen Gemeinschaftszellen. Auch Seyhan hätte ein
Siegeszeichen gemacht, als sie verbrannte. ÷zlem war die ganze Zeit damit
beschäftigt, die Todesfasten-Kämpferinnen zu beschützen...."
....
Dies sind wahre Vorkommnisse aus der "Lebensrettungs-Operation" des
Staates. Wir werden weiterhin die Erzählungen der Zeugen des Massakers an
die ÷ffentlichkeit weiterleiten.
Das Urteil überlassen wir allen Menschen, die diese Berichte lesen...
24. Dezember 2000
Gesammelt und aufgeschrieben von Mitgliedern der
H÷P* (Haklar ve Özgürlükler Platformu)
Plattform für Recht und Freiheit
* Plattform für Rechte und Freiheiten "H÷P": besteht aus Mitgliedern von Gewerkschaften, Angehörigen Organisationen, Menschenrechtsgruppen und Volksräten ( Selbstverwalungsorgane von Gecekondus-Armenvierteln).
DIREKTE INFORMATIONEN IN TÏRKISCHER SPRACHE KÖNNEN SIE VOM VEREIN DER ANGEH÷RIGEN DER POLITISCHEN GEFANGENEN "ÖZGÜR TAYAD" UNTER DEN TELEFONNUMMERN 0090-212-2930848 UND 0090-212-5323700 ERHALTEN.
AUSSERDEM GIBT ES DIE HANDYNUMMER VON RECHTANWALT BEHIC ASCI (RECHTSBÜRO DES VOLKES),DER POLITISCHE GEFANGENE UND IHRE ANGEH÷RIGEN VERTRITT. ES IST DIE TELNR.: 0090-532-2438569.
Mit freundlichen Grüssen
C. Ondreka
(Komitee gegen Isolationsfolter,IKM)