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Nach dem Oktober: Unterhaltung mit Evo Morales (MAS-Movimiento al Socialismo)
>>Wie weiter nach den historischen Ereignissen vom Oktober 03?<<
Wir gehen zu Evo Morales Haus, so können wir seine Einschätzungen und Pläne über Wirtschaft, Politik und Soziales kennenlernen. Begleiten sie uns in dieses Abenteuer.
Reporter; Was können wir vom Oktober 03 lernen? Sagen sie uns aufgrund ihrer politischen Erfahrung, wie sie es sehen.
Evo: Erstens muss ich betonen, der Hauptverantwortliche für diesen Konflikt war der Neoliberalismus. Das Volk hat gemerkt, dass es sich den Repräsentanten dieser Politik gegenüberstellen muss, da diese viele wirtschaftliche Probleme verursacht haben. Ich bin überzeugt dass die politischen Leader jetzt mehr aus den sozialen Bewegungen kommen. Darum haben die politischen Parteien gelernt , wenn sie nicht im Dienst des Volkes sind , dann müssen sie gehen!
Reporter: Wie kann das Land restrukturiert werden?
Evo. Die Restrukturierung oder die Wiedergeburt unseres Landes geht über eine verfassunggebende Versammlung und eine neue Staats-Verfassung wo das Volk das Recht hat über seine Zukunft zu entscheiden, ohne Diskriminierung. Da ist der Weg für eine friedliche Transformation der Gesellschaft, ansonsten kann ein bewaffneter Aufstand die Macht direkt erobern. Es würde alles komplizierter, aber es ist nicht auszuschliessen.
Reporter: Wer müsste der verfassunggebenden Versammlung Gestalt geben, bzw. anführen?
Evo: Hauptsächlich die sozialen Bewegungen. Aber wir müssen uns darüber unterhalten, ich denke, dass wenn nur die Politiker involviert werden, so wie sie es gerne möchten, wird der gleiche Fehler wieder passieren. 1825, waren die Staatsgründer die Oligarchie und nicht die Aimaras, Quechuas, Guaranis (alles Indigene Völker), die bis jetzt ausgegrenzt worden sind. Sie müssen die ersten sein, die bei der Neurestrukturierung des Landes teilnehmen sollen.
Reporter: Mit was kann dieses wirtschaftliche Modell ersetzt werden oder wie?
Evo: Mit einem Modell, dass die Solidarität ausdrückt und verteidigt, die Gegenseitigkeit und sehr wichtig ist und dass die Reichtümer des Landes gerecht verteilt werden. Bolivien ist sehr reich, aber die meisten bolivianer sind sehr arm. Es gibt eine schlechte Verteilung dieser Reichtümer, die bis jetzt in den Händen einiger weniger sind.
Reporter: Glauben sie dass das Gas über Chile exportiert werden muss?
Evo: Das wichtigste Problem ist der Export sondern wem gehört das Gas. Nachher kann man schon über die Industrialisierung und Exporte diskutieren. Wenn Chile das Gas braucht, müssen sie zuerst die historischen Probleme lösen. Zwei Nachbarländer können nicht in Feindschaft leben!. Aber ein anderer, wichtiger Aspekt für den Gastransport über Chile ist der Geopolitische. Die USA wollen ein anderes Israel in Lateinamerica schaffen, so können sie andere Nachbarländer durch Chile unterwerfen.
Reporter: Wie gestaltet ihr das Politische System um?
Evo: Wir müssen die Familienoligarchie, die, die alles regiert, entmachten. Es müssen neue politische Kräfte an der Regierung teilhaben können und vor allen müssen wir dem Volk dienen.
Reporter: Was meinen sie über Carlos Mesa und wie lange wird er an die Macht bleiben?
Evo: Carlos Mesa ist ein Privatunternehmer. Wir dürfen nicht vergessen dass er bei Sanchez de Lozada`s erster Amtszeit (93-97) sein ?zweiter Nachrichtenminister? war, weil er von seinem Kanal (PAT) das Kapitalisten-Gesetz verteidigte und die wirtschaftlichen Massnahmen des MNR.
Carlos Mesa darf nicht vergessen dass er dank den sozialen Bewegungen Präsident Boliviens geworden ist. Obschon ich seiner Regierung nicht vertraue ist Warten das einzige was uns jetzt bleibt. Wenn er wirklich dem Bolivianischen Volk zugehört hat während der Aufstände, dann wird er seine politische Verantwortung warnehmen. Es wäre falsch, daten oder Zeitlimiten zu setzen, alles hängt von der Sozialen Dynamik ab, von der Fähigkeit der Regierungs, die dringlichen Probleme lösen zu können.
Reporter; Gemäss der letzten Umfrage, wer Präsident werden soll, sind sie an 2ter Stelle (16%), hinter Tuto Quiroga mit 20% der Stimmen. Wie gehen sie damit um?
Evo: Ich glaube nicht an solche Umfragen. Ich habe viele Beweise über falsche oder vorgetäuschte, gefälschte Erhebungen. Und diese ist genau so eine, welche vorbereitet wurde, ein paar tage bevor Tuto gekommen ist. Die Nachforschungen werden durch die Medien weiter geleitet und die Medien gehören zu der Oligarchie. Tuto gehört zu dieser Klasse (Oligarchie) und deswegen hat er die totale Deckung.
Die Leute haben das gemerkt und vergessen nicht, dass Tuto über 30 Menschen getötet hat. Sie haben auch meine Vertreibung aus dem Parlament mitbekommen, da wurden vielen Abgeordnete 10'000 BS gezahlt damit sie ihre Stimme gegen mich geben. Viele solcher illegalen Taten sind uns bekannt.
Also, was können wir erwarten: Tuto ist der gleiche wie Goñi, ein Pate aus der Nordamerikanischen Botschaft.
Reporter; Was meinen Sie über Tuto These: ?Politik neu beleben ohne die Wirtschaft verändern zu müssen??
Evo: Das sind pure Wortspielereien um das Volk zu verwirren. Sie zeigen ihr wahres Gesicht, sie möchten das politisches Modell wechseln ohne die Wirtschaft ändern zu müssen. Das zeigt klar, dass wird ein oberflächlicher Wechsel, eine Täuschung, sie machen sich lustig und hintergehen den Kampf eines ganzen Volkes. Ich würde ihm sagen, belebe zuerst wieder deine Partei, wenn er in die Politik zurück will.
Reporter: Wen fürchten sie bei den Wahlen 2007?
Evo: Es wäre unverantwortlich über dieses Thema zu sprechen! Die Wahrheit ist, dass niemand weiss, ob die Wahlen an diesem Datum stattfinden werden oder wieder ein Volks-Aufstand. Ausserdem beende ich dieses Jahr mein Mandat als Präsident des MAS. Den MAS sehen wir nicht als Partei, sondern eben wie gesagt als Instrument für die sozialen Bewegungen.
Es ist ein wenig unsicher, vielleicht könenn wir diese Diktatur beenden oder eine echte Revolution in Gang setzen. Wie in den 80er Jahren, wo die Botschaft gemerkt hat, dass ihr Demokratie nichts brachte. So haben sie die Diktatur installiert, nur um Marcelo Quiroga Santa Cruz umzubringen, ein Sozialist mit viele Idealen. Nachher mussten wir ein paar Jahre warten bis die Bewegung wieder stärker wird.
Reporter: Was meinen sie soll das Kokain legalisiert werden in Bolivien?
Evo: Mit Kokain versteht man nur Drogen und das war nie ein Bestandteil unserer Kultur. Natürlich reden wir davon, es zu kommerzialisieren, man könnte Beispiele geben von über 300 Äerzte aus Harvard EE.UU, die diese Idee untertützen würden.
Reporter: Die Intelektuellen meinen dass sie nicht geeignet sind zum Regieren. Was antworten sie diesen?
Evo: Gut, sie können weiter reden, mich verachten und nicht respektieren, wie sie es auch mit ihrem Land tun. Ich bin überzeugt, dass die Leader in den sozialen Bewegungen gebildet werden. Beispielweise in Brasilien: ein Arbeiter hat sich gegen die USA in einer OMC Konferenz in Cancun zur Rede gestellt.
Reporter: Die US-Amerikanische Botschaft hat gesagt dass alles anders wird, ausser dem Modell. Wie beantworten sie das?
Evo: Die Botschaft entcheidet das nicht, sondern das Volk und das haben wir ihnen im April 2000 gezeigt, wo wir eine Transnationale Firma und ihre Vertretung vertrieben haben, sie sind nämlich die Verteidiger der Neoliberalistischen Politik.
Wenn das Volk sich organisiert, kann niemand anders entcheiden. Obschon die USA mit ihrer Oekonomischen Macht fast alles erreichen können in solchen Länder wie Bolivien, wird nicht alles ewig unter ihrer Kontrolle bleiben, siehe den Irak und Afghanistan. Es ist sehr wichtig mit der bewussten Kritik weiter zu machen und das antiimperialistische Denken weiter zu verstärken .Wir können auch sagen, dass Lateinamerika ein zweites Vietnam werden könnte. Es ist fast unmöglich, den sozialen Druck unter Kontrolle zu halten.
Reporter: Seit 1982 , welches war das beste Präsident?
Evo: Keine, sogar seit 1952. Die Regierungen haben mit dem wirtschaftllichen Ausverkauf von Bolivien angefangen und die Unterdrückung der wichtigen Volksrechte verletzt.
Reporter: Wa meinen sie über ?Nacion Camba??
Evo: Es ist die Kundgebung aus dem internen Kolonialismus in unserem Land, wie ein Neokolonialismus. Woher kommen solche Behauptungen? Die Nachforschung zeigen; unseres Volk ist von Collas und Aymaras gemischt und 70% kommen aus dem Landesinnern. Solche Behauptungen sind Erwartungen von gewissen Gruppen und entsprechen den wirtschaftlichen Interessen. Anstelle der Verschiedenheit müssen wir die Zusammengehörigkeit suchen, mit kultureller Toleranz und Respekt über die verschiedenen Kulturen und Meinungen.
Reporter: Würden sie mit Zvonko Matkovic nachtessen?
Evo: Sicher, warum nicht. Genau so wie ein Aymara im Ausland die andere Kultur respektiert, respektieren wir einen cruceño bruder. Wichtig ist , der Respekt muss vorhanden sein, aber wenn die umgebende Luft voll mit Bedrohungen, Demütigungen, Rassismus und Diskriminierung ist, können wir uns nicht ehrlich unterhalten.
Reporter: Sind sie mit Fidel Castro, Hugo Chavez und Lula da Silva befreundet?
Evo: Ganz besonders mit den ersten 2, mit Lula hatte ich bis jetzt nicht so viel Kontakt. Meine Freundschaft mit Fidel und Hugo war immer eine Art Zusammengehörigkeit gewesen und mehr als Ratgebende oder Ratsuchende zu sein, ist es ein regelmässiger Austausch über unsere Erfahrungen und hauptsächlich über die Hoffnungen des Volkes. Sobald ich beispielsweise an einer Konferenz eintreffe, sind sie die ersten, die mir zuhören und so mache ich es auch umgekehrt.
Reporter: Was meine sie über dem lybischen Anführer Muhamer Gadaffi?
Evo: Ich kenne ihn nicht gut, weiss nur das seine Verwaltung sehr gut organisiert ist. Sie haben keinen Alkoholismus, keine Prostitution.
Reporter: Wie wäre ein Sozialistisches Land (Bolivien)?
Evo:Wichtig ist die Gleichberechtigung und die neue Verteilung des Reichtums.
Evo Morales Ayma
Ausser nationaler Abgeordneter und Anführer vom (MAS) -Moviento al Socialismo- das als Instrument und nicht als Partei angesehen wird, ist er der erste Vorsitzende aus den 7 Tropischen Verbänden von Cochabamba-
Am 26 Okober 2003 ist er 44 Jahre alt geworden und sein Sternzeichen ist Waage. Geboren in Oruro, Kanton Orinoca und Ayllusulka. Seine Hobbies sind lesen, Fussball spielen und überalles racket, weil er meint das sei einfacher zu organisieren. Sobald er am Wochenende zu Hause (Zone Süd-Ost) ist, spielt er Racket. Von Europa hat ihm die Schweiz am besten gefallen wegen ihrer aussergewöhnlichen Politischen und wirtschaftlichen Organisation. Guatemala fasziniert ihn wegen den vielen wunderschönen Frauen, und weil sie sich noch oft mit den traditionellen, folkloristischen Kleider bekleiden. In Bolivien gefällt ihm am meisten Chapare, natürlich, wegen seinem speziellen, wunderbaren Klima.
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